• Startseite
  • Politik
  • Italien will mit Milliarden Folgen der Corona-Beschränkungen abfedern

Italien will mit Milliarden Folgen der Corona-Beschränkungen abfedern

  • Mit einem Nothilfe-Paket von über fünf Milliarden Euro will die italienische Regierung die Folgen der Corona-Maßnahmen eindämmen.
  • Stark betroffene Unternehmen sollen mit den Geldern unterstützt werden.
  • Wegen der neuen Corona-Regeln kommt es in dem Land zu gewaltsamen Protesten.
Anzeige
Anzeige

Rom. Italiens Regierung will mit einem schnellen Nothilfe-Paket von über fünf Milliarden Euro die Folgen der jüngsten Corona-Beschränkungen abfedern. Viele Gelder würden schon ab November ausgezahlt, versicherte Finanzminister Roberto Gualtieri am Mittwoch.

Video
Italien: Angst vor dem zweiten Lockdown
1:43 min
In Rom und anderen Städten gingen am Wochenende Menschen auf die Straße. Die Demonstrationen gegen neue, verschärfte Corona-Maßnahmen verliefen teils gewaltsam.  © Reuters

Die Mitte-Links-Regierung in Rom hatte am Vorabend beschlossen, die von den neuen Schutzmaßnahmen stark betroffenen Unternehmen und Beschäftigen etwa im Tourismus und in der Kultur mit Geldspritzen und Steuerstundungen zu unterstützen. Dabei soll auch Bars und Restaurants geholfen werden, die früher schließen müssen, hieß es.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Gewaltsame Proteste gegen Corona-Regeln

Die Regierung appellierte an die Bürger, sich von den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten gegen die verschärften Corona-Regeln zu distanzieren. „Der Staat duldet kein gewalttätiges Verhalten“, sagte Minister Gualtieri nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa dem Sender Rai 1. Angesichts der Proteste der vergangenen Tage in Rom und anderen Städten sprach er von „Gruppen gewalttätiger Neo-Faschisten“, die die Not der Menschen für ihre Zwecke ausnutzten.

Ähnlich äußerte sich Innenministerin Luciana Lamorgese am Mittwoch in der Zeitung „Il Messaggero“. Das Land sei in einer „komplizierten Lage“, sagte sie. Demonstrationen seien legitim. Aber Extremisten von rechts und links, Anarchisten, Ultras und Jugendliche mit Vorstrafen würde dabei Gewalt schüren. In Neapel sei auch die organisierte Kriminalität beteiligt gewesen.

Das 60-Millionen-Einwohner-Land hatte am Dienstag fast 22 000 bestätigte Neuinfektionen mit Corona innerhalb eines Tages gezählt - ein Rekord. Zudem starben 221 Menschen in Verbindung mit dem Virus.

In ganz Italien müssen seit Montag alle Lokale um 18.00 Uhr für Gäste schließen. Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen