Kommunalwahlen in Italien: das Wildschweinproblem der Römer Bürgermeisterin

Roms amtierende Bürgermeisterin Virginia Raggi bei einer Wahlkampfveranstaltung.

Roms amtierende Bürgermeisterin Virginia Raggi bei einer Wahlkampfveranstaltung.

Hannover/Rom. Rund zwölf Millionen Italiener sind an diesem Sonntag und Montag zu den Kommunalwahlen aufgerufen. Neben Mailand, Neapel oder Turin werden auch in Rom die Stadträte und das Bürgermeisteramt neu bestimmt. In der italienischen Hauptstadt bewirbt sich die amtierende Bürgermeisterin Virginia Raggi von der Fünf-Sterne-Bewegung um die Wiederwahl. Doch daraus dürfte nichts werden. Raggi steht kräftig in der Kritik und kommt gerade mal auf etwa 15 Prozent Zustimmung, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) berichtet. Daran haben auch wildernde Wildschweine in Rom einen großen Anteil.

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Denn immer mehr der Borstentiere sind in die italienische Hauptstadt wegen des dortigen Müllproblems eingerückt. Die Tonnen sind häufig voll, weiterer Unrat wird daneben abgestellt – sehr zur Freude der Wildtiere. Für die Römer sind die Probleme der städtischen Müllabfuhr ein Ärgernis, die sich in Raggis Amtszeit weiter verschlimmert haben.

Mit 37 Jahren wurde sie 2016 ins Amt gewählt, die Hoffnungen in die Jungpolitikerin waren groß. Doch die Probleme der Drei-Millionen-Metropole haben sich nicht nur beim Thema Müll verschlimmert. Auch bei den städtischen Bestattungsunternehmen gibt es häufig Verzug. Auch der öffentliche Nahverkehr ist nicht ausreichend. Seit Raggi Bürgermeisterin ist, sind laut „FAZ“ 170 Busse zum Großteil wegen technischer Defekte abgebrannt. Hinzu kommt das Verkehrschaos, das sich wegen der Corona-Pandemie weiter verschlimmert hat, weil viele Menschen aus Furcht vor Ansteckungen in vollen Bahnen und Bussen wieder auf das Auto umgestiegen sind.

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Kommunalwahlen in Italien ein politischer Stimmungstest

In Rom stehen aktuell die Chancen des sozialdemokratischen Kandidaten des Linksbündnisses, des früheren Finanzministers Roberto Gualtieri, wohl am besten. Auch in den anderen Großstädten könnten die Linken gemäß des aktuellen Parteientrends bessere Chancen haben. Die Kommunalwahlen in Italien gelten als wichtiger politischer Stimmungstest im Land. Die in der Regierung vertretenen Parteien hoffen auf Zuspruch zu ihrer Corona-Politik mit weitreichenden Beschränkungen, zugleich aber auch hohen Impf- und niedrigen Infektionszahlen.

Die Partei Fratelli d’Italia als Oppositionsführerin dagegen will jene Wähler gewinnen, denen etwa die Einführung des „grünen Passes“ als Nachweis von Impfung, Genesung oder negativem Test in allen Bereichen der Arbeitswelt zu weit geht. Zudem könnte die Partei der populären Giorgia Meloni neue stärkste Mitte-rechts-Kraft werden und die Lega des früheren Innenministers Matteo Salvini überholen.

Die Wahllokale in den 1192 Gemeinden sind am Sonntag von 7 bis 23 Uhr und am Montag von 7 bis 15 Uhr geöffnet. Sollte ein Bürgermeisterkandidat keine absolute Mehrheit erringen, kommt es am 17. und 18. Oktober zu Stichwahlen.

RND/jst mit Material der dpa

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