Trotz heftiger Proteste: Corona-Pass tritt in Italien in Kraft – 23 Millionen Menschen betroffen

Gegen die neue Corona-Maßnahme werden Proteste erwartet, wie hier am vergangenen Sonntag in der italienischen Hauptstadt Rom.

Gegen die neue Corona-Maßnahme werden Proteste erwartet, wie hier am vergangenen Sonntag in der italienischen Hauptstadt Rom.

Rom. In Italien tritt am Freitag eine umstrittene neue Corona-Regel für Arbeitnehmer in Kraft. Jeder Beschäftigte, sowohl in der Privatwirtschaft als auch im öffentlichen Bereich, muss dann nachweisen, geimpft, genesen oder negativ getestet zu sein. Nur dann bekommt man einen sogenannten „Grünen Pass“. Ohne diesen Pass darf niemand mehr seinen Arbeitsplatz – etwa in Büros, Fabriken, Geschäften oder öffentlichen Einrichtungen – betreten. Von der Maßnahme sind 23 Millionen Beschäftigte in Italien betroffen.

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Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte das Dekret vor Wochen beschlossen, um mehr Menschen zur Impfung zu bewegen. Rund 85 Prozent der Italiener ab zwölf Jahren sind mindestens einmal geimpft.

Impfgegner protestieren lautstark im Herzen Roms
09.10.2021, Italien, Rom: Protestteilnehmer und Polizisten sto��en w��hrend einer Demonstration gegen den Corona-Gesundheitspass aufeinander.  Nach Angaben von italienischen Medien sind mehrere Personen bei den Ausschreitungen w��hrend eines Protestes gegen die Coronama��nahmen der Regierung festgenommen worden; darunter Anf��hrer der rechtsextremen Partei Forza Nuova. Italienische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im ��ffentlichen und privaten Sektor m��ssen ab dem 15. Oktober einen Gesundheitspass vorweisen, um ihren Arbeitsplatz zu betreten. Foto: Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Am Samstagabend kam es im Zentrum der italienischen Hauptstadt Rom zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Impfgegnern.

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Gegen den Beschluss gibt es heftigen Widerstand. Gewerkschaftler und Politiker kritisieren die Maßnahme. In Triest drohen die Arbeiter mit einer Blockade des wichtigen Hafens; im Güterverkehr wird Chaos befürchtet, weil viele Fernfahrer vor allem aus dem Ausland kein notwendiges Corona-Zertifikat haben. In vielen Städten sind am Freitag Proteste geplant, unter anderem in Rom. Dort gab es erst am vorigen Samstag bei einer Demonstration schwere Krawalle.

Der Speditions­angestellte Vincenzo Marini in Rom bezeichnet die Green-Pass-Pflicht am Arbeitsplatz als „Erpressung“: Er sei zwar nicht grundsätzlich gegen das Impfen, „aber so kann der Staat nicht mit seinen Bürgern umspringen“, betont der 48-Jährige. Lesen Sie hier den Bericht unseres Italien-Korrespondenten Dominik Straub.

RND/dpa

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