Israel stimmt Waffenruhe im Gaza-Konflikt zu

  • Medienberichten zufolge hat das israelische Sicherheitskabinett einer Waffenruhe zugestimmt.
  • Schon zuvor hatte das Weiße Haus Berichte über eine Waffenruhe als „vielversprechend“ bezeichnet.
  • In den vergangenen Tagen gab es intensive internationale Bemühungen zur Deeskalation.
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Jerusalem. Das israelische Kabinett hat einstimmig einen Vorschlag Ägyptens über eine Waffenruhe gebilligt. Dies teilte ein Sprecher Netanjahus am späten Donnerstagabend mit. Es handele sich um eine einseitige Waffenruhe ohne jegliche Vorbedingungen, die zu einer Stunde in Kraft treten solle, die noch vereinbart werden müsse, sagte der Sprecher weiter. Die politische Führung habe betont, dass die Realität vor Ort das weitere Vorgehen bei den Kämpfen bestimmen werde.

Die israelische Armee würde demnach ihre Angriffe im Gazastreifen vorerst stoppen. Sollten aber die Palästinenser ihre Raketenangriffe fortsetzen, sei die Waffenruhe umgehend wieder aufgehoben.

Hamas stimmt Waffenruhe zu

Israel habe Ägypten schon vor der Sitzung mitgeteilt, dass es zu einer Vereinbarung im Sinne von „Ruhe gegen Ruhe“ ohne ein größeres Abkommen bereit sei.

Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas bestätigte die Waffenruhe am späten Donnerstagabend. „Die Waffenruhe ist wechselseitig und tritt beidseitig am Freitag 2 Uhr (1 Uhr MESZ) in Kraft“, sagte Taher al-Nuno, ein Berater des Hamas-Chefs Ismail Hanija, in Gaza. Die Vereinbarung sei über die Vermittlung Ägytens zustande gekommen. Der „bewaffnete Widerstand“ der Palästinenser werde sich so lange an sie halten, so lange dies die israelische Seite tue, fügte er hinzu.

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US-Regierung unter Druck

Schon vor der Einigung hatte das Weiße Haus verkündet, dass es Berichte über eine möglicherweise bevorstehende Waffenruhe im Nahost-Konflikt für vielversprechend halte. Diese Berichte seien „ermutigend“, sagte Sprecherin Jen Psaki am Donnerstag in Washington.

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Die US-Regierung könne einer potenziellen Einigung nicht vorgreifen. Die israelische Seite habe aber wesentliche militärische Ziele erreicht und sei damit aus Sicht des Weißen Hauses in der Position, ihre Operationen zurückzufahren.

Die US-Regierung ist in dem Konflikt zunehmend unter Druck geraten. Vielerorts wurden zuletzt Forderungen laut, dass sich Bidens Mannschaft stärker um eine Beilegung des Konflikts bemühen sollte.

RND/AP/dpa

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