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Nahostkonflikt: Tausende demonstrieren in Israel für Frieden zwischen Juden und Arabern

  • Zwischen Israel und Palästina gilt seit Freitag eine Waffenruhe.
  • Seitdem gab es in Israel etliche Kundgebungen, bei denen Demonstrierende für eine friedliche Koexistenz von Juden und Arabern geworben haben.
  • In Jerusalem öffnet der Tempelberg wieder seine Türen.
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Tel Aviv. Tausende Menschen haben in Tel Aviv für friedliche Koexistenz von Juden und Arabern demonstriert. Die Teilnehmer zogen am Samstag durch die israelische Stadt und kamen später auf dem zentralen Habima-Platz zusammen, um Ansprachen von Politikern und Künstlern zu lauschen.

Ajman Odeh, Chef der wichtigsten arabischen Partei im Parlament, forderte die Gründung eines palästinensischen Staates neben Israel. „Es gibt hier zwei Völker. Beide verdienen das Recht auf Selbstbestimmung“, erklärte er.

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Der israelische Autor David Grossman sagte, „die heutige Schlacht ist nicht zwischen Arabern und Juden, sondern zwischen jenen auf beiden Seiten, die danach streben, in Frieden und fairer Partnerschaft zu leben, und jenen auf beiden Seiten, die von Hass und Gewalt gespeist werden.“

Öffentliches Leben in Gaza kehrt zurück

Die Kundgebung in Tel Aviv war eine von etlichen Demonstrationen in Israel, auf denen zum Frieden zwischen Israelis und Palästinensern aufgerufen wurde. Vorausgegangen waren elf Tage andauernde Kämpfe zwischen Israel und militanten palästinensischen Gruppen im Gazastreifen. Am Freitag trat eine Waffenruhe in Kraft.

Zwei Tage nach Inkrafttreten haben die zivilen Regierungsstellen in dem palästinensischen Küstengebiet wieder ihre Arbeit aufgenommen. Zivile Behörden und Ämter öffnen am Sonntag erneut ihre Pforten, teilte ein Sprecher der lokalen Regierung am Samstag in Gaza mit. Die zivile Verwaltung im Gazastreifen wird von der islamistischen Hamas kontrolliert. Mit Beginn der israelischen Luftangriffe am 10. Mai stellte sie ihre Arbeit ein.

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Die israelischen Angriffe zielten auf die militärische Infrastruktur der Hamas ab, richteten aber zugleich enorme Schäden an Wohn- und Hochhäusern, Gesundheitseinrichtungen und anderen öffentlichen Gebäuden an. Der Alltag der mehr als zwei Millionen Einwohner des Gazastreifens kam zum Erliegen. Die Bombardements verbreiteten unter den Zivilisten Angst und Schrecken. Seit Freitag gilt eine Waffenruhe.

Tempelberg - Schauplatz der Gewalt - öffnet wieder

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Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums kamen bei den Angriffen 243 Menschen ums Leben, unter ihnen 66 Kinder und Jugendliche. 1910 weitere erlitten Verletzungen. Ausgelöst wurde der Waffengang durch Raketen, die die Hamas auf Jerusalem abgefeuert hatte.

Dem Beschuss vorausgegangen waren Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften am Tempelberg in Jerusalem und im arabischen Osten der Stadt.

Der Tempelberg ist nach rund drei Wochen Zutrittsverbot am Sonntag wieder für jüdische Besucher geöffnet worden. Die heilige Stätte war wegen schwerer Konfrontationen von Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften während des muslimischen Fastenmonats Ramadan für Juden geschlossen worden.

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Auseinandersetzungen trotz Waffenruhe

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit Felsendom und Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen.

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Am Freitag war es auch nach der Waffenruhe auf dem Tempelberg zu neuen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gekommen. Palästinensischen Rettungskräften zufolge wurden 15 Menschen durch Gummigeschosse der Polizei verletzt.

Nach Angaben der israelischen Polizei waren Polizisten zuvor aus einer Menge von Hunderten jungen Menschen mit Steinen und einem Brandsatz beworfen worden. Nach Angaben der israelischen Polizei wurden in der Nacht zum Sonntag 33 Palästinenser festgenommen, die bei den Ausschreitungen in Ost-Jerusalem beteiligt gewesen seien. Bereits am Samstag kam es zu mehreren Festnahmen.

RND/AP/dpa

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