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Islamistischer Terror: Wir brauchen Prinzipientreue und Dialogfähigkeit

  • Die jüngsten Anschläge in Frankreich hinterlassen auch bei uns Spuren.
  • Klar ist: Wenn es um Meinungsfreiheit geht, kann es keine Kompromisse geben.
  • Zugleich müssen wir eine Spaltung der Gesellschaft bei uns auf jeden Fall verhindern, kommentiert Markus Decker.
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Die islamistischen Gewalttaten bei unseren französischen Nachbarn hinterlassen auch bei uns emotionale Spuren. Sie sind so bestialisch, dass sie uns in diesen in jeder Beziehung herben Zeiten tatsächlich noch zu rühren vermögen. So hat Juso-Chef Kevin Kühnert eine Debatte über das Verhältnis der politischen Linken zum Islamismus angestoßen. FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle hat eine Mahnwache vor der französischen Botschaft organisiert. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeigt sich besorgt. Zwar heißt es nicht mehr hunderttausendfach „Je suis Charlie“ wie nach dem Anschlag auf die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ 2015. Doch immerhin.

Zu fragen ist: Was lernen wir aus dem, was in Frankreich geschieht? Zunächst lernen wir hoffentlich, dass es im Grundsätzlichen kein Zurückweichen geben darf. Das Zeigen der Mohammed-Karikaturen ist legitim, ja vielleicht nötiger denn je. Denn Meinungsfreiheit ist nicht verhandelbar.

Wir lernen aber auch, dass es neben Prinzipientreue die Bereitschaft zur Integration der Muslime und zur Verständigung mit ihnen braucht. Dass der islamistische Terror in der französischen Republik über 250 Menschen das Leben kostete, hat nicht zuletzt mit der sozialen, kulturellen und politischen Spaltung ihrer Gesellschaft zu tun. Hat so eine Spaltung erst mal ein gewisses Niveau erreicht, finden die Beteiligten nur noch schwer heraus. Wir brauchen also Prinzipientreue und Dialogfähigkeit. Wer allein auf Konfrontation setzt, wird Konfrontation bekommen.

Ratlos macht unser Verhältnis zur Türkei. Sie ist mit Frankreich in der Nato ebenso verbündet wie mit Deutschland. Das hindert den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan aber nicht, im Nachbarland kalt lächelnd Mord und Totschlag anzuheizen. Ein Bündnis, das derlei hinnimmt, läuft Gefahr, sich selbst aufzugeben.

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