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IS-Anführer Al-Bagdadi soll mit DNA an Unterwäsche identifiziert worden sein

  • Der Militäroperation, die zum Tod des IS-Anführers Abu Bakr al-Bagdadi führte, gingen offenbar monatelange Geheimdienstoperationen voraus.
  • Ein Vertreter der Syrischen Demokratischen Kräfte verriet nun ein angebliches Detail.
  • Der Terroristenführer wurde demnach anhand einer DNA-Probe seiner Unterwäsche identifiziert.
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Damaskus. Es war angeblich seine Unterwäsche, die Klarheit brachte. Laut kurdischen Angaben wurde der Anführer der Terrormiliz IS, Abu Bakr al-Bagdadi, vor dem amerikanischen Militäreinsatz durch eine DNA-Probe identifiziert. Das teilte Polat Can, ein ranghoher Vertreter der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) am Montagabend auf Twitter mit.

"Seit dem 15. Mai haben wir mit der CIA zusammengearbeitet, um Al Bagdadi ausfindig zu machen und genau zu überwachen", erklärte Can. Durch eigene Quellen hätten die SDF bestätigen können, dass der Terroristenführer aus dem Gebiet Al Dashisha nach Idlib umgezogen war.

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DNA-Test mit gestohlener Unterwäsche

Eine der SDF-Quellen habe anschließend al-Bagdadis Versteck ausfindig machen können. Den Angaben zufolge war der IS-Anführer kurz davor, erneut in einen anderen Unterschlupf zu wechseln. Der SDF-Quelle sei es gelungen, al-Bagdadis Unterwäsche zu stehlen. Ein DNA-Test habe dann Klarheit gebracht: Es handelt sich tatsächlich um den bärtigen selbsternannten "Kalifen".

Bereits vor mehr als einem Monat sei dann der Entschluss gefallen, al-Bagdadi zu "eliminieren". Der Rückzug der US-Truppen und der türkische Einmarsch hätten die SDF jedoch dazu gebracht, ihre Sondereinsätze einzustellen – auch die Jagd auf al-Bagdadi.

"Alle Erkenntnisse, der Zugang zu Al Baghdadi sowie die Identifizierung seines Aufenthaltsortes waren das Ergebnis unserer eigenen Arbeit" schrieb Polat Can. "Unsere Geheimdienstmitarbeiter waren daran beteiligt, Koordinaten zu senden, den Abwurf aus der Luft zu leiten, an der Operation teilzunehmen und sie bis zur letzten Minute zu einem Erfolg zu machen."

Nicht nur im Vorfeld, auch während der Militäroperation spielte die DNA des Terroristenführers eine große Rolle bei seiner Identifizierung. Al-Bagdadi sprengte sich nach dem Eintreffen der amerikanischen Militäreinheit mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft und riss dabei drei Kinder mit in den Tod, wie US-Präsident Donald Trump erklärte. Anschließend sei noch vor Ort ein DNA-Test seiner Überreste durchgeführt worden. Auch hier war das Ergebnis klar: Er ist es. Der "Kalif" ist tot.

Türkei will kurdische Verdienste nicht anerkennen

Ob es tatsächlich vor allem die Geheimdienstarbeit der kurdisch dominierten SDF war, die zur Entdeckung von al-Bagdadis Aufenthaltsort geführt hat, ist bislang unklar. Donald Trump dankte am Sonntag Russland, der Türkei, Syrien, dem Irak und kurdischen Kämpfern in Syrien für ihre Unterstützung. Der SDF-Kommandeur Maslum Abdi hatte bereits am Sonntagvormittag erklärt, der Militäreinsatz der USA gehe auf eine "gemeinsame Geheimdienst-Arbeit" der SDF mit den USA zurück.

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Augenzeuge schildert Angriff auf IS-Anführer al-Bagdadi
1:09 min
Der Anführer der Dschihadistenmiliz IS ist nach US-Angaben bei einem Militäreinsatz getötet worden. Ein Augenzeuge schildert, wie er den Einsatz erlebt hat.  © AFP
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Die türkische Regierung reklamierte ihrerseits für sich, bei der Ergreifung des IS-Anführers mitgeholfen und "koordiniert" zu haben. Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte: "Die Türkei und die USA haben bei der Neutralisierung Bagdadis zusammengearbeitet." Die Verdienste der kurdisch dominierten SDF will die Türkei nicht anerkennen. "Von wegen sie haben Geheimdienstinformationen geteilt und Unterstützung geboten und so weiter", sagte Präsidentensprecher Ibrahim Kalin. Das seien "Bemühungen, die Terrororganisation YPG zu legitimieren".

RND/fh