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Iranischer Führer über Verhältnis mit USA: “In die Enge getrieben”

  • Um die Beziehung zwischen dem Iran und den USA steht es weiterhin schlecht.
  • Diplomatische Verhandlungen soll es nach den Worten des obersten iranischen Führers auch weiterhin nicht geben.
  • Außerdem vergleicht er das Verhältnis beider Staaten mit einem Boxkampf.
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Teheran. Kurz vor dem 40. Jahrestag der Besetzung der US-Botschaft in Teheran hat sich Irans oberster Führer gegen die Aufnahme von diplomatischen Verhandlungen mit den USA ausgesprochen. „Falls die iranischen Offiziellen so naiv wären, und sich auf Verhandlungen mit den USA einließen, hätten sie definitiv nichts erreicht“, sagte Ajatollah Ali Chamenei am Sonntag.

Verhandlungen würden weder zu einer Revision der Politik des maximalen Drucks, noch zu einer Aufhebung der US-Sanktionen führen, so der Ajatollah. Genauso wie die Verhandlungen Nordkoreas und Kubas mit den USA zu keinem Ergebnis geführt hätten. Der Ajatollah hat laut Verfassung das letzte Wort in allen politischen Belangen.

Chamenei stellt Iran als trickreichen Gegner dar

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Außerdem porträtierte Chamenei sein Land als trickreichen Gegner der USA. Der Iran habe die USA seit der islamischen Revolution 1979 immer wieder ausmanövriert und "in vielen Fällen in einer Ringecke in die Enge getrieben", sagte Chamenei nach Angaben seiner Webseite am Sonntag.

Der Iran will am Montag mit einer staatlich-organisierten Kundgebung der Besetzung der US-Botschaft in Teheran vor 40. Jahren gedenken. Iranische Studenten hatten die Botschaft im November 1979 besetzt, um damit gegen die Aufnahme des gestürzten Schahs Reza Pahlavi in den USA zu demonstrieren. Die als Geisel genommenen US-Botschaftsangehörigen kamen erst nach 444 Tagen frei. Wegen der Botschaftsbesetzung brachen die USA die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab, die auch vier Jahrzehnte danach immer noch nicht wieder aufgenommen worden sind.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani und seine Regierung schließen Verhandlungen mit den USA zwar nicht komplett aus, knüpfen sie aber an Bedingungen. Sie fordern von Washington, alle Sanktionen gegen den Iran aufzuheben und zum Wiener Atomabkommen zurückkehren. Die US-Regierung lehnt diese Vorbedingungen jedoch ab.

Mit dem Wiener Atomabkommen von 2015 soll der Iran daran gehindert werden, Atomwaffen zu bauen. Im Gegenzug wollte der Westen unter anderem Sanktionen und Beschränkungen im Handel aufheben. US-Präsident Donald Trump stieg Anfang Mai 2018 einseitig aus dem Abkommen aus. Die US-Regierung will die Führung in Teheran jetzt mit den bislang härtesten Sanktionen gegen das Land zwingen, das Abkommen neu auszuhandeln und dabei härteren Auflagen zuzustimmen.

RND/dpa/AP