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G7-Gipfel: Iranischer Außenminister überraschend in Biarritz eingetroffen

  • Überraschungsgast im G7-Ort: Die Franzosen haben den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif eingeladen.
  • US-Präsident Donald Trump weigerte sich, dessen Ankunft zu kommentieren.
  • Kommt nun Bewegung in die gefährliche Iran-Krise?
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Biarritz. Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif ist nach Angaben eines Sprechers überraschend am Ort des G7-Gipfels eingetroffen. Die Iran-Krise ist eines der Hauptthemen beim Gipfel der sieben führenden Wirtschaftsnationen (G7). Sarif werde sich einem iranischen Sprecher zufolge aber nicht mit US-Delegierten treffen. Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian habe Sarif eingeladen. Diplomaten bestätigten am Rande des Gipfels, es sei eine Begegnung Sarifs mit Le Drian geplant.

Die USA wollen den Iran mit maximalem politischen und wirtschaftlichen Druck zu einem Kurswechsel in der als aggressiv erachteten Außenpolitik zwingen. Die Wiedereinführung von Sanktionen hat bislang aber nur die Spannungen in der Region weiter angeheizt. Donald Trump hatte die USA 2015 aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran zurückgezogen. Seither haben die Spannungen zwischen den Staaten wieder deutlich zugenommen.

Trump zu Sarif: "Kein Kommentar"

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Die Staats- und Regierungschefs des mächtigen Staatenclubs hatten bereits am Samstagabend über mögliche Lösungen in der Iran-Krise beraten. Wie Trump auf das Kommen des Iraners reagieren wird, war noch unklar. Auf die Frage von Journalisten, ob er etwas dazu wisse, dass Sarif komme, sagte er: „Kein Kommentar“. Die USA haben Sarif auch mit persönlichen Sanktionen belegt.

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Aus französischen Diplomatenkreisen war zu hören, dass die Staats- und Regierungschefs Macron damit beauftragt hätten, eine Botschaft an Teheran zu richten. Darin solle es heißen, dass „um jeden Preis“ vermieden werden müsse, dass der Iran eine Atombombe besitzt. Trump dementierte, dass Macron von der G7-Runde diesen Auftrag bekommen habe. „Nein, ich habe das nicht diskutiert“, sagte Trump bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe am Rande des Gipfels.

Merkel: "Kein G7-Ereignis"

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Kanzlerin Angela Merkel hat den überraschenden Besuch Sarifs am Rande es G7-Gipfels als Beitrag zur Konfliktlösung mit dem Iran bezeichnet. Der Überraschungsbesuch Sarifs in Biarritz sei „ein Parallelereignis am gleichen Ort, aber kein G7-Ereignis“, sagte Merkel am Sonntag am Rande des G7-Gipfel im westfranzösischen Biarritz. Man sei sich aber einig, dass jeder Versuch einer Deeskalation in dem Atomkonflikt mit dem Iran wertvoll sei.

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RND/ka/dpa/AP

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