Iran will USA auf politischem Weg aus Region vertreiben

  • In Bagdad schlagen wieder Raketen ein - während der politische Westen vermehrt von Entspannung im Mittleren Osten spricht.
  • Die iranische Führung verdeutlicht zudem, dass man die USA aus dem Land vertreiben will.
  • Die islamische Republik setzt dafür vorerst auf politische Wege.
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Teheran. Der Iran strebt nach eigenen Angaben danach, die USA mit politischen Mitteln aus dem Mittleren Osten zu vertreiben. Ein weiterer Militärschlag wird aber nicht ausgeschlossen. "Unser nächster Schritt wird davon abhängen, welche Schritte die andere Seite unternehmen wird", sagte Verteidigungsministers Ami Hatami in einem auf Twitter verbreiteten Video-Interview am Donnerstag.

Das US-Militär hatte im Irak den iranischen General Ghassem Soleimani getötet und der Iran hatte mit einem - vorangekündigten - Angriff auf zwei von den USA genutzte Militärstützpunkte im Irak geantwortet. Danach standen die Zeichen auf Entspannung. Die iranischen Angriffe auf US-Fliegerhorste seien eine "Notwendigkeit" gewesen, sagte Hatami. Aber das eigentliche iranische Ziel seien nicht weitere Militärangriffe, sondern die Beendigung der Anwesenheit der USA in der Region über politische Wege. Die US-Präsenz habe nur zu Krieg und Zerstörung geführt.

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Nach Irans Angriff: Trump sendet Zeichen der Deeskalation
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Trump will vorerst nicht mit militärischen Mitteln reagieren, aber dennoch Druck auf Teheran machen.  © dpa
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Außenminister Heiko Maas hat sich ebenfalls zum Konflikt im Mittleren Osten geäußert - und will Zeichen der Entspannung erkennen: „Auf jeden Fall hat sich die Situation erheblich entspannt in den letzten Stunden“, sagte der SPD-Politiker im ARD-„Morgenmagazin“. Das habe etwa damit zu tun, dass der amerikanische Präsident mehr oder weniger ein Gesprächsangebot unterbreitet habe.

„Er will über die regionale Rolle des Irans sprechen, über das ballistische Raketenprogramm des Irans“, sagte Maas. Daneben wolle der amerikanische Präsident über das Atomabkommen reden. „Wir haben die gleichen Ziele: Der Iran soll nicht in den Besitz einer Atombombe kommen.“

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Bomben in Bagdads Grüner Zone

Die Lage im Irak blieb unterdessen angespannt. Am späten Mittwochabend schlugen in der hoch gesicherten Grünen Zone in Bagdad erneut zwei Raketen des Typs Katjuscha ein, wie das irakische Militär mitteilte. Verletzte habe es nicht gegeben. Bereits am Sonntag waren zwei Raketen desselben Typs in der sogenannten „Green Zone“ niedergegangen. In und nahe der Grünen Zone geschah dies in den vergangenen Monaten und Jahren mehrfach. Dabei wurden auch Menschen getötet oder verletzt. Solche Angriffe sind häufig das Tun örtlicher Milizen, von den manche auch vom Iran unterstützt werden. Die Hintermänner der aktuellen Raketenangriffs sind noch nicht ermittelt.

RND/dpa/ka




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