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Iran will umstrittenen Schwerwasserreaktor Arak „unverzüglich“ fertigstellen

  • Die Atomverhandlungen mit dem Iran sind derzeit unterbrochen.
  • Die neue Regierung arbeitet derweil daran, den umstrittenen Schwerwasserreaktor Arak wieder in Betrieb zu nehmen.
  • Dieser solle „unverzüglich“ fertiggstellt werden, sagt Vizepräsident und Atomchef Mohammed Eslami.
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Teheran. Der Iran will nach Angaben seines Atomchefs den umstrittenen Schwerwasserreaktor Arak „unverzüglich“ fertigstellen. „Das Arak Projekt muss mit hiesiger Technologie und von lokalen Experten unverzüglich fertiggestellt und in Betrieb genommen werden“, sagte Vizepräsident und Atomchef Mohammed Eslami am Montag. Eslami hatte laut Nachrichtenagentur Isna die Anlage in Zentraliran besichtigt und mit Experten vor Ort den Umbau des Reaktors besprochen.

Der Schwerwasserreaktor war in den letzten Jahren umstritten, weil der Iran das dort produzierte Plutonium für den Atombombenbau einsetzen könnte. Um diesen Streitpunkt auszuräumen, hat der Iran nach dem Wiener Atomabkommen von 2015 mit dem Umbau des Reaktors begonnen. Statt zehn Kilogramm Plutonium jährlich wurden in Arak nach dem Abkommen iranischen Angaben zufolge weniger als ein Kilogramm produziert.

Iran: Neue Regierung will Arak in Betrieb nehmen

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Nun aber will die neue iranische Regierung von Präsident Ebrahim Raisi den Schwerwasserreaktor Arak wieder in Betrieb nehmen. Raisi und sein Außenminister Hussein Amirabdollahian hatten mehrmals betont, dass der Iran nur dann seine Auflagen einhalten werde, wenn das Atomabkommen vertragsgerecht umgesetzt und insbesondere die neuen US-Sanktionen aufgehoben sind. Teheran würde auch die Atomverhandlungen in Wien wieder aufnehmen, fordert aber im Vorfeld die Freigabe von zumindest Teilen seiner gesperrten Bankkonten im Ausland.

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Die im April wieder aufgenommenen Verhandlungen über die Rettung des Wiener Atomabkommens mit dem Iran wurden nach der Präsidentenwahl im Juni und dem Regierungswechsel in Teheran unterbrochen. China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland bemühen sich um die Rückkehr der USA zu dem Abkommen. Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte die Vereinbarung 2018 aufgekündigt, die im Vertrag aufgehobenen Wirtschaftssanktionen gegen den Iran erneuert und auch die ausländischen Konten des Landes wieder gesperrt. Die Sanktionen stürzten den Iran in die schlimmste Wirtschaftskrise seiner Geschichte.

RND/dpa

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