Iran warnt vor Resolution der Atomenergiebehörde

  • Der Iran hat die Inspektionen seiner Atomanlagen eingeschränkt.
  • Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erwägt laut Medienberichten deshalb eine Resolution.
  • „Solch ein Schritt würde das Fenster der Diplomatie schließen und destruktive Folgen haben”, sagte Irans Regierungssprecher Ali Rabiei.
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Teheran. Im Ringen um eine Wiederbelebung des Atomabkommens hat der Iran vor der Verabschiedung einer Iran-kritischen Resolution im Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) gewarnt.

„Solch ein Schritt würde das Fenster der Diplomatie schließen und destruktive Folgen haben“, sagte Regierungssprecher Ali Rabiei am Dienstag im Staatsfernsehen. Der Iran sei weiterhin an einer diplomatischen Lösung interessiert, aber erst nach Aufhebung der „illegalen und unmenschlichen“ US-Sanktionen.

Atomchef droht mit Urananreicherung auf 60 Prozent

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Medienberichten zufolge erwägt der IAEA-Gouverneursrat in Wien eine Verurteilung der iranischen Entscheidung, nur noch eingeschränkte Inspektionen zuzulassen.

Auch der iranische Atomchef und Vizepräsident Ali Akbar Salehi warnte vor einem solchen Schritt: „Wir haben die IAEA schriftlich darüber informiert, dass der Iran in dem Fall adäquat reagieren würde“, sagte er. Welche Schritte in Frage kämen, sagte er nicht. Vergangene Woche jedoch hatte Salehi auf die IAEA-Überwachungskameras hingewiesen, die der Iran entfernen könnte. Er sprach auch von Urananreicherung auf 60 Prozent „binnen 24 Stunden“. Die Rede ist zudem von einer permanenten Reduzierung des IAEA-Inspektionen auf weniger als 70 Prozent.

Der Iran hat seit einer Woche die IAEA-Inspektionen seiner Atomanlagen eingeschränkt. Diese Maßnahme gilt vorerst für drei Monate. Die IAEA-Kontrollen sollen sicherstellen, dass das iranische Atomprogramm nur zivilen Zwecken dient. Sie sowie der kontrollierte Urananreicherungsgrad zählten zu den Kernpunkten des Wiener Atomabkommens von 2015, das den Iran am Bau einer Nuklearwaffe hindern sollte. Im Gegenzug sollten die Sanktionen gegen Teheran aufgehoben werden.

RND/dpa

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