Raketenangriffe: Iran attackiert US-Ziele im Irak

  • Der Iran macht seine Drohungen wahr.
  • Mit Raketenangriffen auf von den USA genutzte Stützpunkte im Irak übt Teheran nun Vergeltung für die Tötung von General Soleimani.
  • Trump will sich am Mittwochmorgen äußern.
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Teheran. Neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen den USA und dem Iran: Als Vergeltung für die Tötung des mächtigen Generals Kassem Soleimani hat Teheran in der Nacht zum Mittwoch zwei US-Ziele im Irak attackiert. "Mehr als ein Dutzend" ballistische Raketen seien vom Iran aus auf Stützpunkte abgefeuert worden, die von amerikanischen Truppen genutzt würden, teilte ein Pentagonsprecher mit.

In einer ersten Einschätzung sprach ein US-Regierungsvertreter von einem relativ glimpflichen Ausgang der Attacken, Präsident Donald Trump twitterte: "Alles ist gut!".

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Trump will sich am Mittwochmorgen äußern.

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Iran meldet US-Angriff auf Luftwaffenbasis im Irak

Am frühen Mittwochmorgen meldete das iranische Staatsfernsehen zunächst eine Militäraktion: Die Luftwaffenbasis Ain al-Assad, in der US-Soldaten stationiert sind, sei von "zig" Boden-Boden-Raketen getroffen worden. Umgesetzt worden sei die Operation "Märtyrer Soleiman" von der Luftfahrt-Einheit der Revolutionsgarde, die das iranische Raketenprogramm verantwortet.

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Der Stützpunkt Ain al-Assad befindet sich in der westirakischen Provinz Anbar. Sie wurde erstmals von den US-Streitkräften nach der Invasion 2003 genutzt, bei der damals der Diktator Saddam Hussein gestürzt wurde. Später wurden dort US-Truppen für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat stationiert. Aktuell sind 1500 Soldaten in Ain al-Assad untergebracht, darunter internationale Kräfte der Anti-IS-Koalition.

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Iran macht Drohungen wahr: Angriffe auf US-Militär im Irak
1:11 min
Der Iran hatte „Schwere Rache“ wegen der Tötung Ghassem Soleimanis geschworen – nun macht die islamische Republik ernst und greift US-Truppen mit Raketen an.  © dpa

Zwei irakische Sicherheitsbeamte meldeten, mindestens eine der iranischen Raketen habe offenbar ein Flugzeug an der Luftwaffenbasis getroffen. Zunächst war unklar, ob es sich um eine irakische oder amerikanische Maschine handelte.

Neben dem Stützpunkt Ain al-Assad wurde nach Pentagonangaben auch eine Basis in Erbil in der halbautonomischen kurdischen Region im Norden Iraks Ziel der iranischen Raketenangriffe. Insgesamt habe Teheran 15 Geschosse abgefeuert, sagte ein Regierungsvertreter. Zehn hätten in Ain al-Assad eingeschlagen, eine am Stützpunkt in Erbil. Vier Raketen hätten ihre Ziele verfehlt. Nach aktuellem Stand habe es kaum Opfer gegeben. Doch würden beide Stützpunkte noch nach möglichen Verletzten oder Toten durchsucht.

Die im Irak stationierten US-Soldaten sollen vor dem Raketenangriff einem Medienbericht zufolge gewarnt worden seien Dank eines frühzeitigen Alarms hätten diejenigen im Gefahrenbereich Zeit gehabt, sich in Schutzbunkern in Sicherheit zu bringen, berichtete CNN unter Berufung auf einen Angehörigen des US-Militärs.

Iran attackiert US-Truppen im Irak

Die iranische Revolutionsgarde warnte die USA vor Vergeltung für die Raketenangriffe. Auch Amerikas Verbündete in der Region sollten wissen, dass jegliches Territorium, das sie den USA als Ausgangspunkt für aggressive Akte gegen den Iran überließen, im Visier Teherans stehe, teilte die Eliteeinheit der Streitkräfte der Islamischen Republik über die amtliche Nachrichtenagentur Irna mit. Drohungen richtete die Revolutionsgarde auch an Israel.

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Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif bezeichnete die Attacken auf die Stützpunkte im Nachbarland auf Twitter als "angemessene Maßnahmen der Selbstverteidigung". Zudem schrieb er: "Wir streben keine Eskalation oder einen Krieg an, aber wir werden uns gegen jegliche Aggression zur Wehr setzen."

USA hatten iranischen General Soleimani getötet

Am vergangenen Freitag war General Soleimani auf irakischem Boden durch eine US-Drohne getötet worden. Er hatte die Al-Kuds-Brigaden kommandiert und war Architekt der regionalen Militärstrategie des Irans im Irak, in Syrien und im Libanon. Die USA haben ihn für die Tötung von US-Soldaten im Irak verantwortlich gemacht und ihn beschuldigt, vor seinem Tod neue Attentate geplant zu haben.

Der Iran rief eine dreitägige Staatstrauer um Soleimani aus. Bei einem Trauerzug in dessen Heimatstadt Kerman kam es am Dienstag zu einer Massenpanik mit 56 Toten. Am frühen Mittwochmorgen wurde dort der Sarg mit den sterblichen Überresten des Generals in die Tiefe gesenkt.

RND/AP/dpa

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