Iran: Parlamentspräsident zeigt Zeichner wegen Porträt an

  • Der iranische Karikaturist Hadi Heidari hat bekanntgegeben, dass der Präsident des iranischen Parlaments Anzeige gegen ihn gestellt habe.
  • Eine seiner Zeichnungen zeigt Mohammed Ghalibaf und wurde im Kontext einer kritischen Reportage veröffentlicht.
  • Der Vorwurf: Die Karikatur könnte suggerieren, dass die Vorwürfe in der Reportage wahr seien.
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Teheran. Da ihm sein Porträt in einer Zeitung offenbar nicht gefiel, hat der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf den Zeichner angezeigt. Dies gab der renommierte Porträtzeichner und Karikaturist Hadi Heidari, der für die Tageszeitung „Sasandegi“ arbeitet, am Dienstag bekannt.

Zusammen mit den beiden Chefredakteuren der Zeitung sowie seinem Anwalt musste er beim Pressegericht erscheinen. „Ich kam aber vorerst frei, bis in der Sache eine finale (gerichtliche) Entscheidung getroffen ist“, so Heidari auf seiner Twitter-Seite.

Das Porträt selbst, auf dem sich der Parlamentspräsident mit einem Tuch den Schweiß von der Stirn abwischt, ist eigentlich harmlos. Aber es stand im Zusammenhang mit einer kritischen Reportage - „Ghalibafs neues Ärgernis“ - über Manipulationsvorwürfe in der Budgetplanung.

Das Porträt könnte daher so interpretiert werden, dass die Vorwürfe berechtigt seien. Auch die Autorin, Sejnab Safari, musste wegen ihrer investigativen Reportage vors Pressegericht. Der iranische Journalistenverband kritisierte das Vorgehen und forderte von Ghalibaf, die Anzeige zurückzuziehen.

Das iranische Parlament wird von Hardlinern dominiert, die wenig Toleranz für Kritik von Medien haben. Die Zeitung „Sasandegi“ (Konstruktivität) ist das Presseorgan der gleichnamigen Reformerpartei und hat insbesondere einen kritischen Blick auf die Politik der Konservativen und Hardliner im Parlament.

RND/dpa

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