Iran kontert Drohungen von Trump

  • Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich in den vergangenen Monaten verschärft.
  • Nach jüngsten martialischen Drohungen Trumps lässt die Reaktion aus Teheran nicht lange auf sich warten.
  • Hossein Salami, Chef der Revolutionsgarde, findet deutliche Worte.
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Teheran. Kriegsrhetorik am Persischen Golf - der Chef der iranischen Revolutionsgarde hat den USA mit einer schnellen Reaktion gedroht, falls diese iranische Schiffe angreifen sollten. Iranische Marineeinheiten auf See seien angewiesen, US-Schiffe ins Fadenkreuz zu nehmen, falls “Amerikas Terroristen-Armee unsere Handelsschiffe oder unsere Kriegsschiffe gefährden”, sagte Hossein Salami am Donnerstag im Staatsfernsehen. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump gedroht, iranische Kanonenboote zu zerstören, die US-Schiffe “belästigen”.

In der vergangenen Woche hatte es bereits Auseinandersetzungen zwischen der Revolutionsgarde und dem US-Militär im Persischen Golf gegeben. Boote der Revolutionsgarde hätten mehrere US-Schiffe in kurzer Distanz gekreuzt, erklärte die US-Marine. Die Revolutionsgarde gestand einen Zwischenfall ein, sagte aber, das US-Militär habe diesen ausgelöst. Die USA patrouillieren in der Meerenge von Hormus, durch die 20 Prozent aller Ölexporte der Welt laufen.

Trump droht Iran

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Trump sagte am Mittwoch, die USA würden nicht dulden, dass iranische Kanonenboote US-Schiffe umkreisten und zwischen ihnen herumführen. “Die werden sie aus dem Wasser schießen”, drohte der Präsident am Mittwochabend (Ortszeit) vor Reportern.

Der iranische General Abolfasl Schekartschi erwiderte, die USA sollten sich lieber um ihre mit Sars-CoV-2 infizierten Soldaten kümmern, als anderen zu drohen. "Heute müssen Amerikaner ihr Bestes geben, um die Soldaten zu retten, die mit dem Coronavirus infiziert sind, statt andere einzuschüchtern", sagte er laut der halbstaatlichen Agentur Isna. Salami sagte, die Revolutionsgarde werde auf jede Aktion mit einer "entschlossenen, wirkungsvollen und schnellen Gegenaktion antworten".

Iran bestellte Schweizer Botschafter ein

Der Iran bestellte zudem den Schweizer Botschafter ein, der die Interessen der USA in Teheran vertritt, und beklagte sich über Trumps Drohungen.

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Die iranische Revolutionsgarde hatte am Mittwoch für Aufsehen gesorgt, als sie eigenen Angaben zufolge einen Militärsatelliten in den Orbit brachte. Dies sei "eine großartige Errungenschaft", teilte die paramilitärische Einheit mit. Salami beschrieb den Satelliten namens "Nur" (Persisch für Licht) als "multifunktional". Am Donnerstag meldete das iranische Staatsfernsehen, "Nur" habe Signale zur Erde gesandt. Öffentlich zugängliche US-Militärdaten zeigten, dass der Satellit eine Umlaufbahn erreicht hat.

Es wird davon ausgegangen, dass das iranische Langstreckenraketenprogramm durch den Satelliten vorangetrieben wird. Die USA beschuldigten den Iran, gegen UN-Resolutionen zu verstoßen.

RND/AP

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