• Startseite
  • Politik
  • Irak: Papst Franziskus plant Reise im März 2021 – trotz Corona

Papst plant Reise in den Irak im März 2021 – trotz Corona

  • Wegen der Corona-Pandemie bleibt Papst Franziskus fast nur noch im Vatikan.
  • Im Frühjahr 2021 will er dennoch in den Irak reisen.
  • Es wäre nach Medienangaben der erste Besuch eines Papstes in dem muslimisch geprägten Land.
Anzeige
Anzeige

Rom/Bagdad. Überraschende Ankündigung aus dem Vatikan: Papst Franziskus will im März des kommenden Jahres eine Reise in den Irak antreten. Er habe die Einladung aus Bagdad und der dortigen katholischen Kirche angenommen, teilte Vatikan-Sprecher Matteo Bruni am Montag mit. Die Reise in das von jahrelangen Konflikten geplagte Land ist für den 5. bis 8. März 2021 geplant.

Stationen auf der Route sind demnach die irakische Hauptstadt Bagdad, die Ebene von Ur im Süden sowie die Städte Erbil, Mossul und Karakosch. Allerdings hingen das Vorhaben und der Ablauf auch von der weltweiten Lage des „Gesundheitsnotstands“ ab, erklärte der Vatikan weiter.

Erste Reise in den Irak überhaupt

Anzeige

Nach Angaben des Medienportals „Vatican News“ wäre es die erste Reise eines Papstes in den Irak überhaupt. In dem stark muslimisch geprägten Land mit rund 39 Millionen Einwohnern gehören nur wenige Hunderttausend Menschen dem Christentum an. Wegen der Corona-Pandemie hatte Franziskus seine Reisen im Frühjahr 2020 zeitweise eingestellt. Er blieb hauptsächlich im Vatikan. Die Auslandsreise in den Irak ist damit die erste, die der Vatikan seitdem angekündigt hat. Innerhalb Italiens war der 83-Jährige bereits Anfang Oktober nach Assisi in der Region Umbrien gefahren.

Die Reise werde den Papst ins Zweistromland führen – „die Wiege der Zivilisation“ und Geburtsort des Urvaters Abraham, teilte der irakische Präsident Barham Salih bei Twitter mit. Es werde eine „Botschaft des Friedens“ an Iraker aller Religionen sein. Das irakische Außenministerium sagte ein „historisches Ereignis“ voraus, mit dem Toleranz und Vielfalt in der Region gefördert werden solle.

Papst besucht muslimisch geprägte Länder

Abraham ist Stammvater der drei Weltreligionen und gilt als deren Bindeglied. Juden verehren ihn als Avraham, Christen als Abraham und Muslime als Ibrahim. Der biblischen Überlieferung nach wanderte er vor etwa 4000 Jahren von Ur am Fluss Euphrat im heutigen Irak unter anderem nach Haran in der heutigen Türkei. Von seinem Namen leitet sich auch die Bezeichnung „abrahamitische Religionen“ für die drei Glaubensrichtungen ab.

Anzeige

Mit dem geplanten Besuch im Irak will das Oberhaupt der katholischen Kirche ein weiteres Mal ein muslimisch geprägtes Land der arabischen Welt besuchen. Bereits im Februar 2019 war Franziskus nach Abu Dhabi, in die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, gereist. Dort hatte er unter anderem den Großimam der Al-Azhar-Moschee von Kairo, Ahmed al-Tajib, getroffen. Mit ihm hatte er das Dokument „Die Brüderlichkeit aller Menschen – Für ein friedliches Zusammenleben in der Welt“ unterzeichnet. Es war der erste Besuch eines Papstes auf der Arabischen Halbinsel.

Die Lage im Irak ist weiterhin gefährlich. Zwar wurde die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) besiegt. Sie stellt aber weiterhin eine Gefahr dar und ist mit Zellen im Land aktiv. Mossul etwa, das auch auf dem Reiseplan von Franziskus steht, wird nach Angaben des Auswärtigen Amtes als besonders gefährliche Provinz eingestuft.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen