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Neue Vorsitzende für die Linke – Intrigantentum verschleißt jedes Spitzenpersonal

  • Die Linke muss im Juni neue Vorsitzende wählen.
  • Dabei braucht die Partei vor allem eine ihr bisher fremde kollegiale Kultur.
  • Sonst stoßen alle Vorsitzenden schnell an Grenzen, kommentiert Markus Decker.
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Fünf Monate vor dem Parteitag der Linken kommt das Personal-Karussell in Gang. Denkbar scheint neuerdings, dass die Vorsitzenden Katja Kipping oder Bernd Riexinger im Amt bleiben. Denkbar ist aber auch, dass sich die hessische Fraktionsvorsitzende Janine Wissler und Bundestags-Fraktionsgeschäftsführer Jan Korte zu einer Kandidatur aufraffen. Die zwei haben die nötige Erfahrung, beherrschen den Umgang mit Medien, würden integrieren. Die Frage ist, ob beide wollen. Kipping würde vermutlich wollen.

Und doch sind die handelnden Personen am Ende zweitrangig. Letztlich entscheidend ist, ob die Partei- und Fraktionsvorsitzenden an einem Strang ziehen. Das taten sie bisher nicht. Vielmehr fanden in der Ära Sahra Wagenknecht wilde und unansehnliche Kämpfe vor allem zwischen ihr und Kipping statt. Auch vorher gab es in der Linken chronische Streitereien von einer Länge und Intensität, die sich keine andere im Bundestag vertretene Partei leistet.

Das Team ist der Star

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Im Übrigen ist es so, dass der von manchen in der Partei behauptete Gegensatz zwischen der arbeitenden Bevölkerung auf dem Land und den akademischen Milieus in den Städten so gar nicht zwingend existiert. Die Linke könnte die Vertretung beider Gruppen durchaus unter einen Hut bringen. Sie müsste sich nur mal auf gemeinsame Botschaften konzentrieren, statt Gegnern stets Argumente frei Haus zu liefern.

An der Spitze eines zerstrittenen Haufens, als der sich die Linke zuletzt darbot, verschleißt sich jedenfalls das beste Spitzenpersonal. Ohnehin sollte Konsens sein, dass Gewählte die Positionen der Partei- und Fraktionsmehrheit vertreten müssen, dafür aber auch Loyalität verdienen. Eine Selbstverständlichkeit, die nur dummerweise in der Linken nicht immer selbstverständlich ist.

Die linke Losung „Das Team ist der Star“ – das wäre mal was.

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