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Intensivstationen am Limit: Kleeblatt-System droht schon bei erster Bewährungsprobe zu scheitern

  • Das sogenannte Kleeblatt-System soll Patienten in andere Bundesländern verteilen.
  • Dadurch sollen Krankenhäuser entlastet werden, die keinen Platz mehr auf ihren Intensivstationen haben.
  • Doch dieses System droht bereits an seine Grenzen zu stoßen.
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Potsdam. Die Situation in den Brandenburger Krankenhäusern wird wegen der Zunahme an Covid-Patienten immer angespannter. „Die Lage hat sich deutlich verschlechtert, es wird langsam dramatisch“, sagte der Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft, Michael Jacob am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Vor allem im Süden sei die Lage sehr ernst, dort kämen die Kliniken an die kritische Grenze bei der Patientenversorgung. Jacob rechnet damit, dass wie in der dritten Corona-Welle der Katastrophenfall ausgerufen werden könnte. „Ich sehe, dass wir darauf zulaufen.“ In diesem Fall könnte der Katastrophenschutz zur Unterstützung mit eingesetzt werden.

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Kleeblatt Ost: Verteilung vor Bewährungsprobe

Dass Brandenburg durch das sogenannte Kleeblatt-Konzept Patienten aus anderen Ostbundesländern aufnehmen wird, hält der Geschäftsführer eher für unwahrscheinlich. Um Engpässe in der intensivmedizinischen Behandlung zu vermeiden, sollen bis zum Wochenende mehrere Dutzend Patienten aus den stark von Corona betroffenen Regionen im Osten und Süden in andere Teile Deutschlands verlegt werden.

Zum Kleeblatt Ost gehören Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin. Die Ostländer seien selber massiv belastet - untereinander werde es deshalb schwierig mit der Verlegung, sagte Jacob.

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Thüringen bereitet nach Angaben von Gesundheitsministerin Werner die Verlegung von Krankenhauspatienten in andere Bundesländer vor, ebenso Bayern und Sachsen. Die 54 Patienten, die aus medizinischer Sicht für eine Verlegung infrage kommen, waren den Angaben zufolge am Mittwoch ausgewählt worden. 30 von ihnen kommen aus Bayern, 10 aus Thüringen und 14 aus Sachsen. Zuvor waren für insgesamt rund 80 Erkrankte Anträge für eine Verlegung nach dem sogenannten Kleeblatt-Konzept geprüft worden.

Große Belastung für Rettungsdienst

Als weiterer negativer Faktor kommt laut Jacob der Personalausfall bei denjenigen Pflegekräften hinzu, die auch Eltern seien und Kinder betreuen müssten. Die Inzidenz auch bei Kindern und die Zahl der Quarantänefälle habe landesweit zugenommen. Durch Verlegungen von Covid-Patienten in andere Krankenhäuser innerhalb Brandenburgs sei der Rettungsdienst stark belastet. Die Zusammenarbeit zwischen den Kliniken, den Leitstellen und dem Rettungsdienst laufe aber sehr gut.

Von der Politik forderte der Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Entlastungen. Dabei gehe es etwa um einen finanziellen Ausgleich für Kliniken beim Freihalten der Betten für Covid-Patienten. Auch die Belastung mit Bürokratie wie etwa Strukturprüfungen bei Krankenhäusern müssten abgebaut oder ausgesetzt werden. Zudem seien geforderte Testungen für alle Mitarbeitenden der Branche nicht umzusetzen. Das sei „organisatorisch ein Wahnwitz“.

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Kleeblatt-Konzept zu Beginn der Pandemie eingeführt

Das 2020 als Folge der Corona-Pandemie beschlossene Konzept sieht vor, dass zunächst innerhalb von fünf Regionen - West, Nord, Ost, Süd, Südwest - verlegt wird. Gibt es in einer dieser Regionen absehbar zu wenige freie Plätze auf den Intensivstationen, wird im Austausch mit dem Gemeinsamen Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Verlegung auch in andere Gebiete organisiert.

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Dabei kommen neben für den Transport von Intensivpatienten ausgerüsteten Fahrzeugen auch Rettungshubschrauber und Flugzeuge der Bundeswehr zum Einsatz. „Erste Verlegungen dieses bisher größten Intensivverlegungseinsatzes in Deutschland werden voraussichtlich heute nach der Kontaktaufnahme zwischen den abgebenden und den aufnehmenden Kliniken erfolgen“, hieß es am Donnerstagnachmittag nach einer Besprechung des Steuerungsgremiums.

RND/dpa

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