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Integrations­beauftragte warnt vor Mangel an Fach­kräfte­zuwanderung

  • Ohne Fach­kräfte aus dem Aus­land wären einige Branchen in Deutsch­land aufgeschmissen.
  • Die Integrations­staats­ministerin Annette Widmann-Mauz warnt nun vor einem Mangel an Arbeits­kräften aus der EU.
  • Bereits jetzt fehlten deutschen Unter­nehmen 270.000 qualifizierte Frauen und Männer.
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Berlin. Die Integrations­beauftragte der Bundes­regierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), warnt vor einem Mangel an Fach­kräfte­zuwanderung aus der Europäischen Union nach Deutschland. „Unsere Wirt­schaft sucht hände­ringend nach Fach­kräften“, sagte Widmann-Mauz dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND).

Schon jetzt fehlten deutschen Unter­nehmen 270.000 qualifizierte Frauen und Männer, in einigen Wirtschafts­bereichen gebe es bereits mehr Leer­stellen als vor der Pandemie.

„Gleich­zeitig ist die Zahl von zusätzlichen Fach- und Arbeits­kräften aus der EU in Deutschland im letzten Jahr um rund 25 Prozent eingebrochen“, sagte die Integrations­staats­ministerin.

Der Verlust von Arbeits­kräften aus der EU schwäche die deutsche Wirt­schaft erheblich. „Deshalb ist es unverzichtbar, dass sie sich will­kommen und wert­geschätzt fühlen und unter fairen Bedingungen in unserem Land arbeiten können“, so Widmann-Mauz.

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Gerade in der Pflege, auf dem Bau oder in der Lebens­mittel­industrie sind wir auf Arbeits­kräfte aus Europa angewiesen.

Annette Widmann-Mauz (CDU), Integrations­beauftragte der Bundes­regierung

Dank der EU-Zuwanderung sei die deutsche Wirt­schaft in den vergangenen Jahren um 0,2 zusätzliche Prozent­punkte pro Jahr gewachsen. Umgekehrt heiße das: „Ohne EU-Zuwanderung wäre das Wirt­schafts­wachstum in Deutschland jährlich rund 0,2 Prozent­­punkte geringer. Gerade in der Pflege, auf dem Bau oder in der Lebens­mittel­industrie sind wir auf Arbeits­kräfte aus Europa angewiesen.“

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Forderungen von Widmann-Mauz

Deshalb müsse für faire Arbeits­bedingungen und einen Schutz vor Gesundheits­risiken für europäische Arbeits­kräfte gesorgt werden. „Mit dem Arbeits­schutz­kontroll­gesetz hat die Bundes­regierung die Grund­lage für bessere Arbeits­bedingungen und intensivere Kontrollen gelegt. Diese Regelungen müssen nun vor Ort konsequent umgesetzt werden“, sagte die Staatsministerin.

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Wer den Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land stärken wolle, müsse dafür sorgen, dass Fach- und Arbeits­kräfte aus der EU schnell und nach­haltig Fuß fassen können. Dazu brauche es Beratung bereits im Herkunfts­land und eine frühe Sprach­förderung. EU-Arbeits­kräfte bräuchten einen Rechts­anspruch auf Sprach- und Integrations­kurse, Gering­verdienende müssten von den Kosten für solche Kurse befreit werden.

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Elementar sei auch die Arbeit der EU-Gleich­behandlungs­stelle, „um Arbeit­nehmerinnen und Arbeit­nehmer in ihrer Mutter­sprache schon vor der Zuwanderung, aber auch in Deutsch­land über ihre Rechte und rund um den Arbeits­schutz aufzuklären“, sagte Widmann-Mauz dem RND.

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