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Ironischer Beitrag bei Instagram: So berichtet Nawalny über seine Einstufung als Terrorist

  • In einem Beitrag auf Instagram gibt der russische Oppositionspolitiker bekannt, von einer Kommission als Terrorist und Extremist eingestuft worden zu sein.
  • Er kommentiert, die Entscheidung sei ein „Nervenkitzel“.
  • Eine Bestätigung durch die russischen Behörden steht noch aus.
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In einem längeren Statement auf Instagram erklärt der inhaftierte Kremlkritiker Alexej Nawalny, dass er von den russischen Behörden als Extremist und Terrorist eingestuft worden sei. In dem ironischen Beitrag schreibt Nawalny, dass er Angst hatte, er müsse ein Putin-Porträt küssen oder Medwedew-Zitate auswendig lernen. Die Einstufung als Extremist bezeichnet der 45-Jährige als „Nervenkitzel“. Eine Bestätigung von staatlicher Seite steht bislang noch aus.

Ende September war bekannt geworden, dass ein erneutes Ermittlungsverfahren gegen den Oppositionspolitiker eingeleitet wurde. In seinem Post beschreibt Nawalny nun, dass er vor eine Kommission geladen wurde, die in einem Abstimmungs­verfahren für die Änderung seines Gefangenenstatus entschiede habe. Der Antrag sei ohne Gegenstimme angenommen worden, so Nawalny. Mittlerweile weise ihn ein Schild über seinem Bett als Terroristen aus. Außerdem werde er nicht mehr länger als fluchtgefährdet bewertet, erklärt der Russe in seinem Beitrag. Deshalb werde er nachts nicht mehr so häufig vom Wachpersonal kontrolliert.

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Gefängnisstrafe in Straflager nahe Moskau

Nawalny absolviert derzeit eine zweieinhalbjährige Gefängnisstrafe in einem Straflager 100 Kilometer von Moskau entfernt. Ein Gericht verurteilte ihn wegen angeblicher Verstöße gegen Bewährungsauflagen. Im August vergangenen Jahres war Nawalny auf einem innerrussischen Flug zusammengebrochen. Nachdem er zuerst in Russland behandelt wurde, stellten Ärzte der Berliner Charité eine Vergiftung mit einem Nervengift der Nowitschok-Gruppe fest. Mittlerweile ermittelt die russische Justiz auch in Nawalnys Umfeld wegen des Verdachts extremistischer Aktivitäten.

Vor wenigen Tagen gratulierte der Oppositionspolitiker dem russischen Journalisten Dmitri Muratow zur Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis. Nawalny war im Vorfeld selbst als möglicher Kandidat für den Friedensnobelpreis gehandelt worden.

RND/dre

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