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Insa-Umfrage: SPD klettert auf 24 Prozent – Union mit historischem Tiefpunkt

Olaf Scholz, Kanzlerkandidat der SPD, aufgenommen im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung in Zehdenick.

Olaf Scholz, Kanzlerkandidat der SPD, aufgenommen im Rahmen einer Wahlkampfveranstaltung in Zehdenick.

Berlin. Der Abwärtstrend der Union verfestigt sich: Vier Wochen vor der Bundestagswahl sieht eine weitere Umfrage die SPD mit Kanzlerkandidat Olaf Scholz als stärkste Kraft. Im wöchentlichen Sonntagstrend des Meinungsforschungsinstituts Insa für „Bild am Sonntag“ gewinnen die Sozialdemokraten zwei Prozentpunkte. Mit 24 Prozent liegen sie nun deutlich vor der Union, die nur noch auf 21 Prozent kommt (minus 1). Deren Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) gerät damit vor dem ersten TV-Dreikampf mit den Spitzenkandidaten von SPD und Grünen noch stärker unter Druck.

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Der im Sonntagstrend ausgewiesene Wert ist der niedrigste, den Insa jemals für die CDU/CSU gemessen hat. Die Grünen verharren demnach bei 17, die FDP bei 13 Prozent. AfD (11 Prozent) und Linke (6 Prozent) verlieren jeweils einen Punkt.

Söder warnt vor „historischem Linksrutsch“

CSU-Chef Markus Söder warnte die Union eindringlich vor einem Machtverlust nach der Wahl am 26. September. „Wir müssen alles tun, um einen historischen Linksrutsch in Deutschland zu verhindern“, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Noch nie war die Gefahr so groß, dass ein Linksbündnis die Macht übernimmt.“ Es komme inzwischen darauf an, dass die Union überhaupt noch vor SPD und Grünen liege.

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An diesem Sonntagabend liefern sich die drei Kanzlerkandidaten von Union, SPD und Grünen einen ersten direkten Schlagabtausch im Fernsehen. Knapp zwei Stunden lang (von 20.10 Uhr bis 22.00 Uhr) werden Laschet, Scholz und die Grünen-Vorsitzende Annalena Baerbock in Berlin bei einer Livesendung der Sender RTL und N-TV befragt.

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Weitere Umfragen sehen SPD vorn

Vor Insa haben auch schon andere Umfragen die SPD vor der Union gesehen. Beim Meinungsforschungsinstitut YouGov kamen die Sozialdemokraten zuletzt auf 24 Prozent, die CDU/CSU auf 22 Prozent. Das Trendbarometer von Forsa für RTL und N-TV sah die Union vor einigen Tagen ebenfalls bei 22 Prozent, die SPD bei 23 Prozent. Im ZDF-Politbarometer vom Freitag lagen SPD und Union mit jeweils 22 Prozent gleichauf.

Auch bei den Umfragewerten der Kanzlerkandidaten sieht es für die Union zunehmend düster aus: Bei einer Direktwahl würden laut Insa jetzt nur noch 10 Prozent für Laschet stimmen (-2). Grünen-Kandidatin Baerbock gewinnt einen Punkt und käme auf 14 Prozent. An der Spitze liegt weiter Scholz mit 31 Prozent (-3). Klar ist aber auch: Wahlumfragen spiegeln immer nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang.

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Beim TV-Triell soll Laschet Ruder herumreißen

Angesichts der dramatischen Werte für die Union setzen CDU und CSU darauf, dass Laschet in der Fernsehrunde mit einem kämpferischen Auftritt das Ruder herumreißt. Die Grünen wiederum hoffen, dass auch Baerbock wieder stärker in die Offensive kommt. Sie hatten nach der Bekanntgabe von Baerbocks Kanzlerkandidatur mit Umfragewerten von bis zu 28 Prozent zeitweise sogar die CDU/CSU überholt, waren in den Wochen und Monaten danach aber wieder zurückgefallen.

Das Streitgespräch zwischen den drei Kanzlerkandidaten ist eine Premiere. Bisher gab es in Deutschland nur TV-Duelle – zwischen Kanzler beziehungsweise Kanzlerin und einem Herausforderer. Beim letzten Duell traten 2017 Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz gegeneinander an. Diesmal ist alles anders: Im September werden zunächst ARD und ZDF und danach die Fernsehsender ProSieben, Sat.1 und Kabeleins mit weiteren Triellen folgen.

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Experten sind überzeugt: Die Dreikämpfe, die Millionen Menschen live am Bildschirm verfolgen werden, können in der Wählerstimmung noch viel verändern. Hinzu kommt, dass die Briefwahl bereits begonnen hat. Umso bedeutsamer ist der Zeitpunkt des Schlagabtausches. „Da die Anzahl der Briefwähler deutlich steigt, ist es potenziell möglich, nach der Sendung gleich zu wählen. Das erhöht die Wirkung der Trielle“, meint der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte von der Universität Duisburg-Essen.

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RND/dpa

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