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Infiziert trotz Impfung? Spahn lässt Fälle in Altenheim prüfen

  • Nachdem sich in einem Heim im Kreis Osnabrück mehrere bereits geimpfte Bewohner mit der mutierten Variante des Coronavirus infiziert haben, lässt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Fälle nun prüfen.
  • Nach Spahn könne es mehrere Gründe für die Erkrankungen geben, beispielsweise könnten die Altenheimbewohner schon vor der Impfung infiziert gewesen sein.
  • Laut Hersteller Biontech schütze der Impfstoff sieben Tage nach der zweiten Impfung zu 95 Prozent.
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Belm. In einem Alten- und Pflegeheim im niedersächsischen Belm zeigt keiner der mit der Coronavirus-Variante B.1.1.7 infizierten und zuvor zwei Mal geimpften Bewohner schwere Krankheitssymptome. Man sei auch guter Dinge, dass dies so bleibe, sagte Geschäftsführer Tim Rotthaus. „Allerdings kann ich natürlich nicht in die Zukunft blicken.“ Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will den Fall prüfen lassen. Der Bremer Virologe Andreas Dotzauer sieht keinen Anlass zur Beunruhigung.

Biontech wies darauf hin, dass der Impfstoff sieben Tage nach der zweiten Impfung zu 95 Prozent schütze - ersten Analysen nach wohl auch bei B.1.1.7. “Sollten Menschen trotz der Immunisierung an Covid-19 erkranken, ist das Ziel der Impfung, vor einem schweren Krankheitsverlauf zu schützen”, hieß es weiter. Dass alle positiv getesteten Bewohner asymptomatische oder leichte Verläufe haben, spreche nach aktuellem Kenntnisstand für die Impfung und die daraus folgenden positiven Effekte.

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Spahn: "Alle drei Impfstoffe sind wirksam"
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Alle in Deutschland zugelassenen Impfstoffe sind dahingehend wirksam, dass sie eine Covid-19-Erkrankung mit schwerem Verlauf verhindern, betont Spahn.  © Reuters
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Die Einrichtung im Landkreis Osnabrück hat 100 Plätze. Von den rund 160 Mitarbeitern wurde keiner auf die Virusvariante positiv getestet. Dennoch sind alle in sogenannter Familien- oder Arbeitsquarantäne, die sie nur für den Weg zur Arbeit verlassen dürfen.

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Impfungen könnten Krankheitsverlauf abmildern

Das Robert Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut werden den Fall prüfen, wie Spahn in Berlin sagte. Er betonte, es könne mehrere Erklärungen für die Infektionen geben. Unter anderem könne es sein, dass die Patienten bereits vor vielen Wochen mit dem Coronavirus infiziert waren, die Infektionen aber unerkannt geblieben seien. Auch sei nicht auszuschließen, dass die Impfungen die Infektionen nicht verhindert hätten, sondern nur den Krankheitsverlauf abmilderten.

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Südafrika stoppt Impfungen mit Astrazenecas Vakzin
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Zuvor hatte sich gezeigt, dass der Impfstoff deutlich schlechter gegen die südafrikanische Variante des Virus wirkt.  © Reuters

Für den Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, ist der Fall „nicht besorgniserregend, sondern zeigt, dass die Impfung funktioniert“. Da es in dem Heim bislang keine schweren Verläufe gegeben habe, könne man davon ausgehen, dass die Geimpften dem Virus nicht schutzlos ausgeliefert waren. Ähnlich argumentierte der Bremer Virologe Andreas Dotzauer. Nach der zweiten Impfung brauche es noch mal Zeit, bis sich die besonders starken Antikörper gebildet hätten, sagte der Leiter des Laboratoriums für Virusforschung der Universität Bremen auf Anfrage. Neben der Vermeidung von Infektionen sei es auch ein Ziel, die Schwere des Krankheitsverlaufes drastisch zu reduzieren.

RND/dpa

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