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Infektionsketten nachverfolgen: Braun sieht Bedarf für mehr als 10.000 weitere Helfer

  • Beim Nachverfolgen der Corona-Infektionsketten sieht das Kanzleramt erhebliche Probleme.
  • Kanzleramtsminister Helge Braun spricht von 10.000 Helfern, die zusätzlich benötigt würden.
  • Er hofft nun auch auf Studenten.
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Düsseldorf. Angesichts der ansteigenden Corona-Fallzahlen sind nach Einschätzung des Kanzleramtes mehr als 10.000 zusätzliche Helfer für die Nachverfolgung der Infektionsketten in den Kommunen nötig. „Der Bedarf ist enorm, es wird eine fünfstellige Zahl von Helfern benötigt“, sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) der „Rheinischen Post“ (Samstag).

Um eine Kontaktkette über einen Tag nachzuverfolgen, seien fünf Mitarbeiter nötig. Die Bundeswehr hatte 5.000 kurzfristig verfügbare und weitere 10.000 binnen 30 Tagen einsatzbereite Soldatinnen und Soldaten zur Corona-Amtshilfe abgestellt.

Braun hofft auf Studenten

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„Wir schauen auch über die Bundeswehr hinaus, ob wir weitere Personalreserven in der Bundesregierung und nachgeordneten Behörden mobilisieren können“, erklärte Braun.

Er habe zudem die Hoffnung, zur Kontaktnachverfolgung auch eine größere Zahl von Studierenden zu gewinnen. Die Regierung sei mit der Hochschulrektorenkonferenz im Gespräch, damit die Freiwilligen keine Nachteile im Studium hätten.

Braun für Staatsakt für Corona-Opfer

Braun begrüßte außerdem erneut die Idee eines Staatsakts für Corona-Opfer am Ende der Pandemie. “Ich spreche mich dafür aus, einen Staatsakt für die Opfer abzuhalten, wenn die Corona-Pandemie im Wesentlichen besiegt ist”, sagte Braun der “RP" weiter. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte sich Anfang September positiv über ein staatliches Gedenken geäußert.

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Braun sagte, die im Sommer verbreitete Botschaft, wonach Deutschland gut durch die Krise komme, hätten Angehörige, die einen Menschen an das Virus verloren, als extrem zynisch wahrnehmen müssen. “Ihnen sage ich, dass die Opfer dieser Pandemie unter keinen Umständen vergessen werden”, betonte er. Zu gegebener Zeit solle mit einer Gedenkveranstaltung ein Zeichen für sie gesetzt werden.

Steinmeier hatte angekündigt, er werde mit Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht über eine mögliche offizielle Trauer-Veranstaltung für die Corona-Opfer sprechen. Auch die beiden großen christlichen Kirchen in Deutschland wollen sich ein einer möglichen Trauerfeier beteiligen.

Kanzleramtsminister Braun hatte sich schon Ende Juli für einen solchen Staatsakt ausgesprochen. In anderen europäischen Ländern gab es bereits ähnliche Gedenkstunden, Mitte Juli etwa erinnerte Spanien an seine Corona-Toten in einem Staatsakt.

RND/epd

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