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Industrie-Präsident kritisiert: „Lockerungen nur für Geimpfte reichen nicht aus“

  • Der Bundestag will an diesem Donnerstag die geplanten Corona-Erleichterungen für Geimpfte und Genesene debattieren.
  • Aus Sicht von BDI-Präsident Siegfried Russwurm reichen die bisherigen Ankündigungen nicht aus.
  • Auch mit dem Fortgang der Impfkampagne ist die Industrie unzufrieden.
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Berlin. Vor der Bundestagsdebatte über Lockdownerleichterungen für Geimpfte und Genese klagt der Präsident des Industrieverbandes BDI, Siegfried Russwurm, über fehlende Öffnungsperspektiven für Teile der Wirtschaft. „Lockerungen der Corona-Beschränkungen nur für Geimpfte und Genesene allein reichen nicht aus. Erforderlich sind aus wirtschaftlichen ebenso wie psychologischen Gründen konkrete Öffnungsperspektiven auch für Unternehmen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln und um Existenzen zu sichern“, sagte Russwurm dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Es gibt keine Alternative zu einer konsequenten Öffnungsstrategie, die die Wirtschaft in ihrer Breite einbezieht“, so der BDI-Präsident weiter. „Die Bundesregierung muss das Wiederhochfahren von Gesellschaft und Wirtschaft zusammendenken“, forderte er.

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Industrie enttäuscht, dass Betriebsärzte erst ab 7. Juni impfen sollen

Neben fehlenden Öffnungsstrategien für Unternehmen kritisierte Russwurm die Ankündigung der Bundesregierung, Betriebsärzte erst ab Anfang Juni in die Impfkampagne einbeziehen zu wollen.

„Die Industrie ist enttäuscht darüber, dass die Bundesregierung die Betriebsärzte erst ab dem 7. Juni beim Impfen einbinden will. In vielen Unternehmen stehen die Impfstraßen für den Einsatz bereit. Statt das Impfpotenzial der Betriebsärzte jetzt flächendeckend zu nutzen, verspielen Bund und Länder einen weiteren Monat“, sagte er.

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„Über 12.000 Betriebsärzte könnten niedergelassene Ärzte und Impfzentren bereits im Mai dabei entlasten, den über 31 Millionen Beschäftigten einen niedrigschwelligen Zugang zu Corona-Impfungen zu ermöglichen“, so Russwurm weiter. „Deutschland muss beim Impfen zur Pandemiebekämpfung noch einen Gang höher schalten.“

Der BDI-Präsident forderte, die Impfpriorisierung schnellstmöglich fallen zu lassen. „Es ist zentral, die Hürden für ein pragmatisches Impfen so schnell wie möglich zu beseitigen. Konkret ist Impfpriorisierung zugunsten eines höheren Impftempos aufzuheben“, sagte er. „Das digitale fälschungssichere Impfzertifikat wird täglich dringlicher. Es muss einsatzfähig sein, sobald die Sanktionsaufhebungen greifen.“

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