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In ganz Deutschland: Tausende demonstrieren nach Brand im Lager Moria

  • Nach den Bränden im griechischen Flüchtlingslager Moria sind deutschlandweit Tausende Menschen auf die Straßen gegangen.
  • Sie forderten unter anderem eine neue europäische Flüchtlingspolitik.
  • Scharfe Kritik gab es an den Zuständen in dem Lager.
1:58 min
So wie hier in Frankfurt am Main gab es am Mittwochabend nach den Bränden im völlig überfüllten Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos in vielen deutschen Städten Proteste und Solidaritätskundgebungen.  © Reuters
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Berlin. Nach der Zerstörung des griechischen Flüchtlingslagers Moria durch einen Großbrand haben mehrere Tausend Menschen bei Demonstrationen von der Bundesregierung gefordert, Migranten von dort und von anderen Inseln der Ägäis in der EU und Deutschland aufzunehmen. In Berlin beteiligten sich am Mittwochabend laut Polizei rund 3000 Menschen, in Hamburg mehr als 1200 und in Frankfurt am Main 300.

In Leipzig demonstriertern mehrere tausend Menschen, in Kiel betrug die Zahl 1000. Auch in Hannover gingen mehrere hundert Menschen auf die Straße.

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Sie verlangten die sofortige Evakuierung aller Lager auf den griechischen Inseln und die Aufnahme der Menschen. Einzelne Staaten müssten dabei vorangehen, da eine europäische Lösung nicht in Sicht sei, erklärte die Organisation „Seebrücke“. Auch die Internationale Liga für Menschenrechte hatte zu den Kundgebungen unter dem Motto „Wir haben Platz!“ aufgerufen.

Die Demonstranten zeigten Plakate mit Aufschriften wie „Moria evakuieren“ und „Shame on you EU“ („Schande über Dich, EU“). Eine Evakuierung des Lagers sei wegen der dort herrschenden unhaltbaren hygienischen Zustände schon vor dem Feuer nötig gewesen, sagten Redner.

Bei offensichtlich gelegten Bränden in der Nacht zum Mittwoch war das Camp fast vollständig zerstört worden. Dort waren statt der vorgesehenen 3000 Migranten mehr als 12.000 untergebracht.

RND/dpa/pach

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