Impfstoff-Engpass: Spahn sendet Hilferuf an Pharma-Lobby

  • Weil es zum Start der Impfkampagne zu wenig Corona-Impfstoff gibt, steht Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der Kritik.
  • In seiner Not wendet er sich mit einem Hilferuf an die Pharma-Lobby.
  • Aus Sicht der SPD kommt das Schreiben viel zu spät.
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Berlin. Wegen des akuten Engpasses bei der Versorgung mit Impfstoff gegen die Corona-Pandemie hat sich das Bundesgesundheitsministerium mit einem schriftlichen Hilferuf an die Pharma-Lobby gewendet. „Angesichts der angespannten pandemischen Lage ist unser gemeinsames Bestreben, die Produktionskapazitäten von Impfstoffen für die Eindämmung der Covid-19-Pandemie weiter zu erhöhen. Aus diesem Grund bitte ich Sie um Unterstützung“, heißt es in dem von Gesundheitsstaatssekretär Thomas Steffen unterzeichneten Schreiben an fünf Pharma-Verbände, das dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

“Ich wäre ihnen dankbar, wenn Sie mir mitteilen könnten, ob es in ihrem Verband Unternehmen gibt, die zu einer Erhöhung der Produktion von Covid-19-Impfstoffen beitragen können oder sich bereits hierum bemühen“, so heißt es in dem Schreiben weiter.

Es wurde anderem an den Bundesverband der Arzneimittelhersteller, den Bundesverband der pharmazeutischen Industrie und den Verband forschender Arzneimittelhersteller geschickt.

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Scholz fordert Ausweitung der Impfstoffproduktion
1:12 min
Bundesfinanzminister Olaf Scholz fordert größere Anstrengungen bei der Impfstoffproduktion und verteidigt den Lockdown.  © Reuters

“Ich danke für kurzfristige Rückmeldungen, die es uns schnell ermöglichen, hier gemeinsam tätig zu werden“, schließt der Staatssekretär von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

SPD-Fraktionsmanager Schneider: Warum erging die Anfrage nicht vor einem halben Jahr?

Spahn steht wegen des schleppenden Starts der Impfkampagne und fehlender Impfdosen unter Druck. Vor allem vom eigenen Koalitionspartner SPD kommt zum Teil harsche Kritik am Krisenmanagement des Gesundheitsministers.

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Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, sagte auf RND-Anfrage, der Brief an die Pharmaindustrie sei „gut und notwendig“, komme aber zu spät. „Warum eine solche Anfrage für pragmatische Lösungen zur Steigerung der Produktionskapazitäten nicht bereits vor einem halben Jahr ergangen ist, bleibt erklärungsbedürftig“, so Schneider.

„Das Impfen muss ein Erfolg werden“, forderte der SPD-Politiker. „Je schneller der Impfstoff in den notwendigen Mengen bei den Impfzentren der Länder ankommt, desto eher können wir beginnen, zur Normalität zurückzukehren.“

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