Impffragen der Zukunft und Männer von gestern

  • Wenn der Corona-Impfstoff kommt, wird alles gut.
  • So einfach ist es leider nicht, wie ein Gespräch mit einer Impffachfrau zeigt.
  • Mit den Männern haben wir es derzeit leider auch nicht so leicht.
Das tägliche Briefing
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

am Ende wird es nur ein Piks sein: Wenn endlich ein Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen sein wird, wird es für den Einzelnen sehr leicht werden, sich zu schützen. Ob die Impfung aber auch die Gesellschaft immunisiert, hängt nicht zuletzt von der Stiko ab.

Stiko steht für die Ständige Impfkommission. Sie arbeitet entscheidend an der Impfstrategie des Bundes mit. Unsere Kollegin Saskia Bücker hat mit Eva Hummers gesprochen, die in der Stiko sitzt. Ihren Antworten ist anzumerken, wie schwer die Verantwortung auf ihren Schultern wiegt.

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Noch immer harren wichtige Impffragen ihrer Antwort: Wann wird wer zuerst mit welchem Impfstoff gegen Corona immunisiert? Hummers beschreibt anschaulich, wie schwer es wird, dafür die richtigen Kompromisse zu finden. Und eine schlechte Nachricht hat sie parat: Das Virus sei anpassungsfähig und wandelbar: “Das macht die Wahrscheinlichkeit, es wieder loszuwerden, verschwindend gering.” Aber das Leben mit ihm könnte wieder deutlich normaler werden.

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Spahn besucht Abfüllanlage für Corona-Impfstoff
1:37 min
Am deutschen Sitz des französischen Konzerns Sanofi war Spahn dabei, als eine Corona-Impfstoff-Abfüllanlage vorgestellt wurde.  © Reuters

Von der hoffnungsvollen Zukunft der Menschheit in die traurige Gegenwart der Männlichkeit. Lindner, Merz, Somuncu – drei Männer, ein Problem: Ihre Rhetorik passt nicht mehr in unsere Zeit.

Daniela Vates, unsere Chefkorrespondentin in Berlin, kommentiert Lindners Altherrenwitz und Merz’ Gedankensprung von Homosexualität zu Pädosexualität: “Leider sind diese Momente keine Petitessen: Sie sind Ausdruck von Strukturen und von Machtverhältnissen und vom Versuch, diese zu zementieren. Sie nerven und sie zermürben. Sie schrecken ab.” Mehr als nervig sind auch Männer, die Frauen auf der Straße ungefragt Pseudokomplimente hinterherrufen. “Catcalling” heißt das Phänomen neuerdings. Die Psychologin Ann-Kristin Hartz erklärt im Interview, warum Menschen sich mächtig fühlen, wenn sie catcallen.

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Abschreckend ist es übrigens auch, wenn einem sogenannten Journalisten von “Tichys Einblick” zur SPD-Politikerin Sawsan Chebli wenig mehr einfällt als ein Kalauer über einen “G-Punkt”. Hihihi.

Womit wir wieder beim “Humor” sind: “Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung” – das war die große Comedyweisheit der 2000er-Jahre. Der Haudraufkabarettist Serdar Somuncu lebt diese Phrase noch immer. Matthias Schwarzer fragt sich, ob diese Art der Comedy im Jahr 2020 noch zeitgemäß ist. Spoiler: Die Antwort lautet Nein.

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Sprichwort des Tages

Boris Johnson hat seine Landsleute verwirrt. Wörtlich ist die Redewendung aus seiner Corona-Fernsehansprache mit “Ein Nadelstich zur richtigen Zeit spart neun weitere” zu übersetzen. Sinngemäß kommt das Sprichwort wohl dem deutschen “Vorsorge ist besser als Nachsorge” am nächsten. Doch viele Briten mussten erst einmal googeln, um ihren Premierminister zu verstehen.

Leseempfehlungen

Die Nulllösung im Fall Nawalny: Deutschlands Justiz ermittelt nicht im Fall Nawalny – man hält sich aus juristischen Gründen raus. Die russische Justiz tut de facto auch nichts – sie deutet auf unbeantwortete Rechtshilfeersuchen an Berlin. Bei dieser doppelten Nulllösung dürfe es nicht bleiben, kommentiert unser Chefautor Matthias Koch – sonst drohten dem Westen noch mehr Hohn und Spott aus dem Kreml.

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Hotel im Hotspot: Wenn der eigene Wohnort zum Corona-Hotspot wird, kann dies das Aus für den Urlaub in Deutschland bedeuten. Vielerorts gilt ein Beherbergungsverbot, an der Ostsee ist sogar die Einreise untersagt. Und nun? Die Kollegen vom Reisereporter klären über die Folgen auf.

Reul im Rechtskampf: Der NRW-Innenminister Herbert Reul sah sich 2019 mit dem Versagen der Polizei gegenüber dem sexuellen Missbrauch von Lügde konfrontiert. Nun wurden die rechtsextremistischen Chatgruppen der Polizei im Ruhrgebiet bekannt. Andere Innenminister würden straucheln – Reul nicht, wie unser Porträt zeigt.

Doppelagent in “Deutschland 89”: Am Freitag läuft mit “Deutschland 89” die dritte und letzte Staffel der preisgekrönten Serie beim Streamingdienst Amazon Prime an. Thomas Kielhorn hat mit Hauptdarsteller Jonas Nay über seine Rolle als Doppelagent Martin Rauch gesprochen.

Die Termine des Tages

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen weiter. “Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen die Beschäftigten in der gesamten Breite des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen zu Warnstreiks aufrufen”, sagte der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke.

Die größtenteils virtuelle Generaldebatte der UN-Vollversammlung geht auch weiter. Am dritten Tag sollen, vorläufigen Angaben zufolge, unter anderem die Staatsoberhäupter aus dem Jemen und aus Libyen sprechen.

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In den USA werden neue Daten zu Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Für den Wahlkampf sind das wichtige Daten.

Wer heute wichtig wird

Manuel Neuer und der FC Bayern treffen heute in Budapest auf den FC Sevilla. Das Supercup-Finale war umstritten, weil zunächst Zuschauer erlaubt sein sollten, obwohl die Stadt als Corona-Risikogebiet gilt. © Quelle: imago images/kolbert-press

Der Podcast des Tages

Jede Stunde neu: die News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Aus dem RND-Newsroom: Ihr Christian Palm

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“Staat, Sex, Amen”
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