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Nach illegaler Party: Polizei ermittelt gegen Brandenburger AfD-Abgeordneten

  • Nach Weihnachten war die Polizei in Cottbus wegen einer illegalen Party gerufen worden.
  • Bei der Geburtstagsfeier der AfD-Kommunalpolitikerin Monique Buder war offenbar auch der Brandenburger AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Freiherr von Lützow zu Gast.
  • Gegen ihn wird nun wegen des Verdachts der Nötigung und Bedrohung von Polizeibeamten ermittelt.
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Cottbus/Potsdam. Nach einer illegalen Geburtstagsparty in Cottbus im Dezember wird gegen den Brandenburger AfD-Landtagsabgeordneten Daniel Freiherr von Lützow ermittelt. Das bestätigte die Polizeidirektion Süd am Dienstag. Es gehe um den Tatverdacht der Nötigung und Bedrohung von Polizeibeamten, sagte Sprecherin Ines Filohn der Nachrichtenagentur dpa.

Von Lützow soll demnach entgegen eigener Darstellungen doch bei der Party dabei gewesen sein und Polizisten bedroht haben. Zu Details wollte sich Filohn mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht äußern. Zuvor hatten die „Potsdamer Neuesten Nachrichten“ über die Vorfälle bei der Feier berichtet.

Wie die „Märkische Allgemeine Zeitung“ berichtet, soll von Lützow laut Einsatzdokument der Polizei den Beamten zudem den Zugang zu einem Zimmer verwehrt haben. Als Grund habe er demnach angegeben, darin befänden sich seine Lebensgefährtin und sein Kind. Aus dem Protokoll gehe hervor, der Abgeordnete habe gedroht, er werde „jeden alle machen“, der sich Zutritt zu dem Zimmer verschaffen wolle. Dabei soll er gesagt haben, er habe „acht Jahre im Kosovo seinen Arsch hingehalten für das Grundgesetz“.

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Von Lützow selbst sagte der dpa am Dienstag auf Anfrage, er werde einen Anwalt einschalten, der „die Sachen“ klären werde. Er selbst wolle sich zu den laufenden Ermittlungen zunächst nicht äußern und liege mit einer Erkältung im Bett. Daher könne er am Mittwoch an der Sitzung des Innenausschusses nicht teilnehmen.

Innenausschuss befasst sich mit Vorfällen

Der Innenausschuss des Landtags wollte sich an diesem Mittwoch auf Antrag der Linksfraktion mit den Vorgängen beschäftigen. “Ich mache mir Sorgen um die Integrität des Ausschusses”, sagte der Ausschussvorsitzende Andres Büttner (Linke) der dpa. Von Lützow ist Mitglied des Innenausschusses. Büttner forderte eine Stellungnahme vom AfD-Politiker im Ausschuss. Es stünden erhebliche Vorwürfe im Raum.

Der “Märkischen Allgemeinen Zeitung” zufolge habe von Lützow Ende des Jahres gegenüber der Zeitung geäußert, lediglich im Eingangsbereich der Wohnung gestanden zu haben, um zu gratulieren. Von einer Auseinandersetzung wolle er nichts mitbekommen haben. Laut Bericht hat er diese Angaben nun wiederholt. “Ich habe niemanden bedroht, die Vorwürfe sind hanebüchen”, sagte er der Zeitung. Zudem will er auch bislang nichts davon gewusst haben, bei der Polizei inzwischen als Beschuldigter geführt zu werden.

Auch die angebliche Aussage, er habe acht Jahre in Kosovo gedient, bestritt er gegenüber der Zeitung. Er habe gewiss nicht von acht Jahren im Kosovo gesprochen, da er nur ein halbes Jahr dort bei der Bundeswehr im Dienst gewesen sei.

RND/dpa/cz

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