Huthi-Rebellen drohen Saudi-Arabien mit weiteren Attacken

  • Am Wochenende griffen Drohnen wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien an.
  • Die Huthi-Rebellen im Jemen deklarierten die Verantwortung dafür für sich.
  • Nun drohen sie Saudi-Arabien mit weiteren Attacken.
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Sanaa. Nach der Bombardierung saudischer Ölanlagen haben Jemens Huthi-Rebellen dem Nachbarland mit weiteren Angriffen gedroht. "Wir versichern dem saudischen Regime, dass unser langer Arm jeden von uns gewünschten Ort zum von uns bestimmten Zeitpunkt erreichen kann", erklärte Huthi-Sprecher Jihja Sari am Montag.

Er warnte zudem Firmen und Ausländer davor, sich in den bombardierten Ölanlagen aufzuhalten, da diese jederzeit getroffen werden könnte. Von Saudi-Arabien forderte er, seine "Aggression" gegen den Jemen einzustellen und die Blockade des Landes zu beenden.

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Drohnen hatten am Wochenende wichtige Ölanlagen in Saudi-Arabien angegriffen. Die vom schiitischen Iran unterstützten Huthi-Rebellen übernahmen dafür die Verantwortung. Die US-Regierung geht jedoch einem Bericht der "New York Times" zufolge davon aus, dass die Anlagen eher aus dem Iran oder dem Irak angegriffen wurden.

Noch deutlicher wurde inzwischen US-Energieminister Rick Perry. Er hat den Iran für den Drohnenangriff verantwortlich gemacht und der Islamischen Republik einen Angriff auf den globalen Energiesektor vorgeworfen. „Das war ein vorsätzlicher Angriff auf die Weltwirtschaft und den globalen Energiemarkt“, sagte Perry bei einem Treffen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien.

„Trotz der bösartigen Anstrengungen des Irans sind wir zuversichtlich, dass der Markt belastbar ist und positiv reagieren wird“, sagte Perry weiter. Damit bezog er sich unter anderem auf die Bereitschaft der USA, Ölreserven freizugeben, um Engpässe zu verhindern. Auch US-Außenminister Mike Pompeo hatte den Iran für die Angriffe verantwortlich gemacht. Der Iran hatte zuletzt dagegen vehement dementiert und warf den USA eine Politik der "maximalen Lügen" vor.

China warnt vor voreiligen Schlüssen

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China warnte unterdessen vor voreiligen Schlüssen über die Urheber. Die Specherin des Außenministeriums, Hua Chunying, rief am Montag vor der Presse in Peking auch alle Parteien zur Zurückhaltung auf. "In Abwesenheit einer überzeugenden Untersuchung Schlüsse darüber zu ziehen, wer die Verantwortung tragen sollte, könnte an sich unverantwortlich sein." Alle Betroffenen sollten davon absehen, etwas zu tun, was die regionalen Spannungen noch eskalieren lassen könnte.

Die Huthis hatten 2014 große Gebiete des Jemens unter ihre Kontrolle gebracht, darunter die Hauptstadt Sanaa. Saudi-Arabien führt ein Militärbündnis an, das die Huthis im Jemen unter anderem mit Luftangriffen bekämpft. Das sunnitische Königreich sieht in den Rebellen einen engen Verbündeten seines Erzrivalen Iran. Die Huthis wiederum greifen Saudi-Arabien regelmäßig mit Drohnen und Raketen an.

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RND/dpa/cz