• Startseite
  • Politik
  • Houston, Texas: Joe Biden besucht George Floyds Familie und bekundet Beileid - Kontrastprogramm zu Trump

Getöteter George Floyd: Joe Biden trifft sich mit Angehörigen in Houston

  • Im texanischen Houston nehmen Tausende Menschen Abschied von George Floyd.
  • Der Tod des Afroamerikaners bei einem Polizeieinsatz hat das ganze Land erschüttert.
  • Emotionale Unterstützung bekommen dessen Angehörige vom demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden.
Anzeige
Anzeige

Genf. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat sich in Houston mit Angehörigen des nach Polizeigewalt umgekommenen Afroamerikaners George Floyd getroffen. Biden habe sich am Montag mehr als eine Stunde Zeit für Floyds Familie genommen, sagte deren Anwalt Ben Crump.

Die Barmherzigkeit, die der Politiker dabei gezeigt habe, habe den Floyds unermesslich viel bedeutet. “Einander zuhören ist das, was Amerika zu heilen beginnen” werde, ergänzte Crump. Genau das habe Biden bei der Familie von George Floyd getan: “Er hörte zu, vernahm ihren Schmerz und teilte ihren Kummer.”

"Das Mitgefühl bedeutete der trauernden Familie alles", fuhr Crump fort. Ein Foto, das Pfarrer Al Sharpton auf Twitter postete, zeigte Biden mit Familienangehörigen Floyds.

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Der frühere Vizepräsident sollte eine Videomitteilung für die Bestattung am Dienstag schicken, wenn Floyd neben seiner Mutter auf dem Friedhof Houston Memorial Gardens beigesetzt werden soll. Biden hatte sich für umfangreiche Änderungen der Polizeiarbeit in den USA ausgesprochen. Er will die Ausgaben für Sozialdienste ausweiten, aber auch mehr Geld für Weiterbildung von Beamten ausgeben.

Video
Abschied von George Floyd
1:40 min
Mit einem bewegenden Trauergottesdienst haben in Houston Angehörige, Freunde und Bürgerrechtler von dem getöteten Afroamerikaner George Floyd Abschied genommen.  © Reuters

Tausende nehmen in Houston Abschied von Floyd

Anzeige

Am Montag nahmen Tausende in der texanischen Stadt Houston Abschied von Floyd. Trauernde trugen T-Shirts mit dem Abbild Floyds oder seinen letzten Worten “I can’t breathe” (“Ich kann nicht atmen”) und warteten stundenlang in der Schlange, um dem Leichnam Floyds aufgebahrt in einem goldfarbenen Sarg die letzte Ehre zu erweisen. Einige sangen “Lean On Me”.

Einer Sprecherin des Bestattungsunternehmens zufolge nahmen mindestens 6000 Menschen an der Trauerfeier teil. Floyd war in Houston aufgewachsen. Zuvor hatte es bereits in Minneapolis (Minnesota) und Raeford (North Carolina) Trauerfeiern gegeben, nahe Floyds Geburtsort.

Anzeige

Floyd war am 25. Mai gestorben, nachdem ihm ein weißer Polizist in Minneapolis mehrere Minuten lang das Knie auf den Hals gedrückt hatte - auch noch, nachdem der gefesselt am Boden liegende Mann nicht mehr reagierte. Floyd war festgenommen worden, weil er mit einem gefälschten Geldschein versucht haben soll, eine Rechnung zu bezahlen. Sein Tod hat weltweit Proteste gegen Polizeigewalt ausgelöst und ein Schlaglicht auf die Behandlung von Schwarzen durch die Polizei geworfen.

Video
Protestler berichten: „Ich will Gerechtigkeit, Frieden und Veränderung“
2:29 min
An vielen Orten der Welt gehen die Menschen derzeit auf die Straße, um gegen Polizeigewalt zu demonstrieren.  © Reuters

Die Trauernden in Houston mussten Masken tragen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, und standen weit auseinander, als sie kurz stoppten, um den Aufgebahrten zu sehen. Mehreren Menschen in der Schlange machte die Hitze zu schaffen.

Floyds Tod hat in den USA und vielen anderen Ländern Proteste gegen rassistische Polizeigewalt und Veränderungen ausgelöst. Der Stadtrat von Minneapolis beschloss die Auflösung der Polizei. In Washington hielten die Demokraten des Kongresses einen Moment lang inne, bevor sie einen Gesetzentwurf zur Überwachung von Polizeiarbeit präsentierten, die Namen Floyds und anderer vorlasen, die in Polizeigewalt umgekommen sind, und sich für 8 Minuten und 46 Sekunden hinknieten - die Zeit, die der Polizist C. Ermittlern zufolge sein Knie in Floyds Hals gedrückt hat.

Die Zahl 8:46 wurde in der Folge zu einem Symbol für Polizeigewalt. “Wir können uns nicht mit irgendetwas Geringerem als einem transformativen strukturellen Wandel zufrieden geben”, sagte die Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi.

1 von 15
1 von 15
Der Afroamerikaner George Floyd kommt bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben. Daraufhin erheben sich überall in den USA die Menschen und demonstrieren gegen Rassismus und Polizeigewalt - wie hier in New York, wo Tausende mit ihren Fahrrädern protestierten.  @ Quelle: imago images/ZUMA Wire
Anzeige

Würgegriffe werden vielerorts bereits verboten

Der Gesetzesvorschlag der Demokraten sieht einem frühen Entwurf zufolge ein Verbot von Würgegriffen, eine Begrenzung des Rechtsschutzes für Polizisten und eine nationale Datenbank für Berichte exzessiver Gewalt vor. Würgegriffe werden vielerorts bereits verboten. Der Gouverneur von Kalifornien Gavin Newsom ordnete an, dass sie nicht weiter zur Ausbildung gehören sollten. Im Staat New York wurden Würgegriffe verboten und das Recht auf Aufnahme von Polizeiaktivität gestärkt. Außerdem sollen mehr Daten über Todesfälle in Gewahrsam gesammelt werden.

Präsident Donald Trump, der sich mit Polizeibeamten im Weißen Haus getroffen hatte, schrieb auf Twitter, die Demokraten seien "verrückt geworden". Es müsse "Recht & Ordnung" herrschen. "Wir werden die Polizei nicht abbauen."

Anzeige

Nachdem es bei Protesten in mehreren Städten teilweise Ausschreitungen gegeben hatte, demonstrierten die Menschen in den vergangenen Tagen überwiegend friedlich. Auch mehrere Polizeieinheiten schienen von aggressiven Taktiken abzusehen. Einer Zählung der Nachrichtenagentur AP zufolge wurden im Zuge der Demonstrationen mehr als 10.000 Menschen festgenommen.

RND/AP

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen