Hongkong: Journalisten von eingestellter „Apple Daily“ inhaftiert

  • Nach mehreren Razzien im Juni hatte die Hongkonger Zeitung „Apple Daily“ den Betrieb eingestellt.
  • Dennoch gehen die Behörden weiter gegen die ehemaligen Mitarbeiter der Zeitung vor.
  • Nun gab es mehrere Festnahmen von Journalisten des Blatts.
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Hongkong. Die Polizei in Hongkong hat einen Ex-Chefredakteur der inzwischen eingestellten prodemokratischen Zeitung „Apple Daily“ festgenommen.

Lam Man Chung stehe unter dem Verdacht, sich dazu verschworen zu haben, die nationale Sicherheit zu gefährden, berichtete das Blatt „South China Morning Post“ unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle.

Drei weitere frühere Journalisten von „Apple Daily“ wurden nach Angaben von örtlichen Medien ebenfalls am Mittwoch in Gewahrsam genommen. Ihnen wurde der gleiche Vorwurf wie Lam zur Last gelegt, wonach sie sich verschworen haben, um mit dem Ausland oder externen Kräften zusammenzuarbeiten.

Die Polizei bestätigte die Vorwürfe gegen vier Personen im Alter zwischen 51 und 57, enthüllte aber nicht deren Identität. Der Hongkonger Sicherheitsminister, Chris Tang, bestritt, dass die Festnahmen ein Klima der Angst unter Journalisten hervorrufen würden.

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Im Juni hatte die Polizei bei einer Razzia in der Redaktion der „Apple Daily“ Festplatten und Laptops mitgenommen. Festnahmen von Topmanagern, leitenden Redakteuren und Journalisten sowie das Einfrieren von Vermögenswerten des Blatts im Umfang von umgerechnet rund 1,9 Millionen Euro führten dazu, dass „Apple Daily“ Ende Juni den Betrieb einstellte. Die letzte Ausgabe der Zeitung verkaufte sich eine Million Mal.

Nach monatelangen regierungskritischen Protesten 2019 setzte Peking im Jahr darauf ein umfassendes sogenanntes Sicherheitsgesetz in der Sonderverwaltungszone durch, das aus Sicht von Kritikern Freiheiten einschränkt, die der einstigen britischen Kolonie zugesagt worden waren. Mehr als 100 prodemokratische Aktivisten sind festgenommen worden, viele andere sind ins Ausland geflohen. Die Journalisten, die am Mittwoch in Gewahrsam genommen wurden, wurden unter dem Sicherheitsgesetz belastet.

RND/AP

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