Hongkong lässt 52 Aktivisten frei – Joshua Wong bleibt in Untersuchungshaft

  • Bei einer Massenfestnahme hatte Hongkong am Mittwoch 55 Demokratie-Aktivisten in Gewahrsam genommen.
  • Nun kommen die meisten von ihnen frei.
  • Drei bleiben allerdings in Untersuchungshaft – darunter Joshua Wong.
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Hongkong. Die Hongkonger Behörden haben die überwiegende Mehrzahl von 55 inhaftierten Demokratie-Aktivisten gegen Kaution auf freien Fuß gelassen. Drei von ihnen blieben am Freitag allerdings in Untersuchungshaft, darunter der international bekannte Joshua Wong, außerdem der Aktivist Tam Tak Chi und der frühere Parteichef der Demokratischen Partei von Hongkong, Wu Chi Wai.

Die Aktivisten waren am Mittwoch bei einer Massenfestnahme in Gewahrsam genommen worden. Es handelte sich um den größten Durchgriff gegen die Demokratiebefürworter seit Peking ein umstrittenes sogenanntes Sicherheitsgesetz für die Sonderverwaltungszone erlassen hat. Wong und Tam Tak Chi befanden sich bereits wegen anderer Vorwürfe im Gefängnis.

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Den Aktivisten wurde vorgeworfen, 2020 an einer nicht genehmigten Vorwahl teilgenommen zu haben, die nach Ansicht der Behörden zu dem Plan gehörte, das Hongkonger Parlament lahm zu legen und die Macht des Staates zu untergraben.

Lam: Werden angeklagt, mit oder ohne Beweise

Einer der am Mittwoch festgenommenen, der prodemokratische frühere Abgeordnete Lam Cheuk Ting rechnete weiter damit, dass er und seine Mitstreiter unter Verweis auf das Sicherheitsgesetz angeklagt werden könnten. „Sie haben bisher noch keine Vorwürfe gegen uns erhoben“, sagte Lam.

„Aber ich bin sehr sicher, dass sie uns früher oder später anklagen werden, egal, ob sie genügend Beweise haben oder nicht.“ Grundlage für eine Strafverfolgung in Hongkong seien nicht Beweise, sondern eine „politische Entscheidung“ von offizieller Seite.

RND/AP

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