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Holocaustgedenktag: Antisemitismusbeauftragter warnt vor Schlussstrich

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Stolpersteine im Gedenken an zwei Opfer des Holocaust.

Berlin. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, hat anlässlich des Holocaustgedenktages am 27. Januar energisch davor gewarnt, einen Schlussstrich unter die Geschichte des Nationalsozialismus zu ziehen.

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„Wir können nur eine Zukunft gestalten, wenn wir unsere Vergangenheit kennen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Und wir können unsere Gesellschaft, wie sie heute ist, nur verstehen, wenn wir uns an unsere Geschichte erinnern.“ Die „unfassbaren Verbrechen der NS-Zeit, die industrialisierte Ermordung von Millionen Menschen“, gehörten zur deutschen Geschichte und prägten unser Verständnis von Demokratie, Freiheit, Recht und Unrecht und damit unsere ganze Gesellschaft bis heute. „Schon deshalb ist der Ruf einzelner Stimmen nach einem Schlussstrich so derart unsinnig.“

Auschwitz-Zeitzeugin: „Ich wollte noch einmal die Sonne sehen“

Die Auschwitz-Überlebende hatte bis ins hohe Alter in Schulen und Bildungseinrichtungen ihre Geschichte erzählt. Sie ist 98-jährig im Oktober 2021 verstorben.

Für neue Erinnerungskultur

Ganz wichtig ist nach Kleins Worten „eine Erinnerungskultur, die nicht in Ritualen erstarrt, sondern die Herzen erreicht und in der es nicht um Schuld geht, sondern um Verantwortung“. Und Verantwortung lasse sich auch fördern, „indem man auf das Leben setzt, auf Begegnung, Erleben, Austausch und Neugier“.

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Vertrautheit mit jüdischem Leben als Teil der Vielfalt in Deutschland sei eines der wirksamsten Mittel gegen Antisemitismus, betonte der Antisemitismusbeauftragte. Darum gelte es auch, den Schwung aus dem vergangenen Jubiläumsjahr zu 1700 Jahren jüdischem Leben mitzunehmen und daran mit vielfältigen Aktivitäten anzuknüpfen.

Zentralrat der Juden warnt

Der Zentralrat der Juden hat unterdessen ein „erschreckendes Ausmaß an Antisemitismus“ beklagt und zügige Gegenmaßnahmen gefordert. Dazu zählt der Zentralrat ein Demokratiefördergesetz.

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„Wenn wir die bedrohlichen Entwicklungen in unserer Gesellschaft aufhalten wollen, müssen den Worten Taten folgen“, sagte Präsident Josef Schuster. „Antisemitismus darf nirgendwo und in keiner Form auf Toleranz treffen.“

Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurden sechs Millionen Juden systematisch getötet. Der Bundestag kommt aus diesem Anlass am Donnerstag zu einer Gedenkveranstaltung zusammen.

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