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Höchste Inzidenz Deutschlands ist in Bayern: „Ausgeprägtere Impfskepsis“ laut Ministerium ein Grund

  • Im Süden Bayerns sind deutlich weniger Menschen gegen das Coronavirus geimpft als in vielen anderen Teilen Deutschlands.
  • Daher gibt es in Bayern auch besonders hohe Inzidenzen: Dort liegt der Landkreis mit der deutschlandweit höchsten 7-Tage-Inzidenz von über 1600.
  • Das bayerische Gesundheitsministerium geht davon aus, dass es grundsätzlich eine „ausgeprägtere Impfskepsis“ im Süden Bayerns gebe.
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München. Das bayerische Gesundheitsministerium sieht im Süden des Freistaats eine grundsätzlich größere Skepsis gegenüber jeglichen Impfungen als in anderen Regionen. „Das zeigen bereits bisherige Erfahrungen wie beispielsweise bei der Schutzimpfung gegen Masern“, sagte eine Ministeriumssprecherin in München. Es liege „die Vermutung nahe“, dass diese grundsätzliche Skepsis auch zur Ablehnung von Corona-Schutzimpfungen am Alpenrand beitrage.

Die Impfskeptiker seien dabei „nicht selten gut situiert, gut gebildet und offen gegenüber alternativmedizinischen Behandlungsmethoden“, sagte die Ministeriumssprecherin. „Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass gut gebildete Personen überwiegend impfskeptisch eingestellt sind.“ Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, es gebe bei den Impfquoten auch innerhalb Bayerns ein „Nord-Süd-Gefälle“.

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Mehrere Landkreise in Bayern mit Inzidenz über 1000

Derzeit haben neun bayerische Landkreise eine Inzidenz von über 1000. Viele Regionen mit besonders hohen Inzidenzen im Süden Bayerns wie der niederbayerische Landkreis Rottal-Inn und der Landkreis Berchtesgadener Land in Oberbayern hatten zuletzt Impfquoten deutlich unter dem bayerischen Landesschnitt von rund 65,9 Prozent gemeldet.

Angesichts der hohen Zahl an Corona-Infektionen ist die Lage im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau nach Auskunft des dortigen Landrats Sebastian Gruber (CSU) katastrophal. „Unsere Kliniken und die Intensivkapazitäten sind nahe am Kollaps, es gibt schon einzelne Verlegungen in andere Regierungsbezirke“, sagte er dem Bayerischen Rundfunk (BR). Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte für die Region am Sonntag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1651,5 (Stand: 3.12 Uhr) gemeldet - Spitzenwert nicht nur in Bayern, sondern bundesweit.

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Das könnte auch an der niedrigen Impfquote in der Region liegen, die Gruber mit rund 57 Prozent angibt - deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von rund 66 Prozent. Der CSU-Politiker berichtete zwar von einem Ansturm auf Impfungen, doch handele es sich dabei vor allem um Auffrischungen und nicht um Erstimpfungen. „Das ist durchaus noch arg ausbaufähig“, sagte Gruber.

RND/dpa

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