• Startseite
  • Politik
  • Hochwasserkatastrophe: Peter Altmaier will Katastrophenschutz auf Fehler untersuchen

Flutkatastrophe: Altmaier will auf Fehlersuche beim Katastrophenschutz gehen

  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat gefordert, den Katastrophenschutz genau auf etwaige Fehler zu untersuchen.
  • Die Menschen in den betroffenen Gebieten seien anders als bei früheren Ereignissen kaum gewarnt worden.
  • Altmaier stellte die Frage, ob ausreichend Vorsorge getroffen worden sei.
Anzeige
Anzeige

Berlin. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier fordert eine umfassende Aufarbeitung etwaiger Fehler beim Katastrophenschutz bei der Flutkatastrophe in Westdeutschland.

„Es muss, sobald wir die unmittelbare Hilfe geleistet haben, auch geschaut werden: Gibt es Dinge, die nicht gut gelaufen sind, gibt es Dinge, die schief gelaufen sind? Und dann muss korrigiert werden“, sagte der CDU-Politiker am Sonntag im „Bild live“-Politiktalk „Die richtigen Fragen“. „Es geht nicht um Schuldzuweisungen, es geht um Verbesserungen für die Zukunft.“

Altmaier sagte, anders als bei früheren Hochwasserkatastrophen hätten die Menschen diesmal nicht Stunden oder Tage gehabt, um sich vorzubereiten. Deshalb müsse man darüber reden: „Haben wir ausreichend Vorsorge getroffen, um solche Ereignisse rechtzeitig zu erkennen?“

Anzeige

In Bayern, Österreich und an anderen Orten gebe es ja bereits ähnliche Geschehnisse. „Das ist ein wichtiger Warnschlag, ein Warnsignal für uns alle“, sagte Altmaier.

Deutscher Landkreistag gegen grundlegende Umstrukturierung

Anzeige

Der Deutsche Landkreistag warnte davor, angesichts der aktuellen Flutkatastrophe den Katastrophenschutz zu zentralisieren. Dieses außergewöhnliche Ereignis sollte nicht zum Anlass genommen werden, das System des Katastrophenschutzes grundlegend infrage zu stellen oder eine Verlagerung operativer Befugnisse auf den Bund zu fordern, sagte Landkreistags-Präsident Reinhard Sager der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Montag).

Video
Hochwasserkatastrophe: Schwere Unwetter auch in Bayern und Sachsen
1:17 min
Der unwetterartige Regen hört nicht auf: Am Abend treffen schwere Unwetter Teile Bayerns, die Sächsische Schweiz und Österreich.  © dpa

Keine Übung oder Struktur hätte die sich sehr schnell entwickelnde und zuspitzende Gefahrenlage in die betroffenen Landkreisen oder zumindest die schwersten Schäden verhindern können, sagte Sager weiter. „Gegen derart blitzschnell hereinbrechende Naturgewalten ist der Mensch ab einem gewissen Punkt einfach machtlos.“

Verbessert werden könnte nach Worten Sagers die künftige Versendung von Warn-SMS. „Für die Zukunft sollten gleichwohl die Möglichkeiten zur Warnung über die Handys verbessert werden“, sagte er. Die bestehenden technischen Möglichkeiten würden derzeit noch zu wenig genutzt. Bei drohender erheblicher Gefahr sollte jedes Handy eine SMS mit einer Warnung erhalten, unabhängig davon, ob eine Warn-App installiert ist.

Video
Erftstadt: Bilder nach der Katastrophe
0:59 min
Keine Toten - aber es sei noch nicht auszuschließen, dass die Retter bei den Aufräumarbeiten Opfer finden könnten, sagte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises.  © Reuters

Die Warn-App Nina des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist Angaben zufolge nur von 8,8 Millionen Nutzern bundesweit installiert.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen