Erste Soforthilfen nach Hochwasserkatastrophe ausgezahlt

  • Rund zwei Wochen nach der Flutkatastrophe haben die Kommunen in Nordrhein-Westfalen damit begonnen, die Soforthilfen auszuzahlen.
  • Auch die Spendenbereitschaft ist weiterhin hoch.
  • Doch das Geld kann nicht alles regeln: Es werden dringend Elektrikerinnen und Elektriker benötigt.
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Rheinbach/Swisttal/Hagen/Erftstadt. In vielen Städten in Nordrhein-Westfalen hat die Auszahlung der Soforthilfen rund zwei Wochen nach der Hochwasserkatastrophe begonnen. Am Montag sei die erste Viertelmillion für die Gemeinde Swisttal ausgezahlt worden, in Rheinbach sei bisher in etwa dieselbe Summe geflossen, teilten der Rhein-Sieg-Kreis und die Stadt Rheinbach am Dienstag mit.

Auch in Hagen haben die ersten Betroffenen Geld erhalten. Gegen ausgefüllte Anträge gibt die Stadt seit Dienstag Barschecks an die Bürger aus, die bei der Sparkasse eingelöst werden können. „Bereits am Wochenende waren mehrere Hundert Mails bei der Stadtverwaltung eingegangen“, sagte eine Sprecherin. Vor dem Rathaus bildete sich am Morgen eine lange Schlange.

Spendenbereitschaft weiterhin hoch

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Etwa 70 Gewerbebetriebe stellten zudem einen Antrag, den die Stadt an die zuständige Bezirksregierung Düsseldorf weiterreicht. An den Haushaltsvorstand zahlt die Stadt 200 Euro aus, an jedes weitere Familienmitglied weitere 100 Euro. Mit der finanziellen Überbrückung können notwendige Haushaltsgegenstände gekauft werden. Das Land gibt zusätzlich pro Privathaushalt einen Sockelbetrag von 1500 Euro.

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Neben den staatlichen Hilfen, reißt auch die Spendenbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger nicht ab: Mehr als eine Million Euro Spenden seien nach der Hochwasserkatastrophe beim Rhein-Sieg-Kreis bisher eingegangen. Landrat Sebastian Schuster (CDU) nannte die Spendenbereitschaft bei einer Pressekonferenz am Dienstag „herausragend“. In den kommenden Tagen solle darüber beraten werden, wie das Geld verteilt werde.

Menschen ohne Strom

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Doch das Geld kann nicht alles regeln. Fast zwei Wochen nach der Flutkatastrophe sind noch Tausende Menschen im Westen Deutschlands ohne Strom. Bei Haushalten mit rund 5800 Menschen sei es bislang trotz aller Bemühungen noch nicht gelungen, die Hausanschlüsse wiederherzustellen, berichtete der Stromversorger Westenergie am Dienstag.

Nach Angaben von Rheinbachs Bürgermeister Ludger Banken (parteilos) fehle es aber an Elektrikern und Elektrikerinnen, um die Häuser kontrollieren und freigeben zu können. „Jeder Elektriker, jede Elektrikerin, die zu uns kommt, ist herzlichst willkommen“, sagte Banken.

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Auch die Beseitigung des Mülls stellt die Orte weiterhin vor Probleme. „Das ist eine Mammutaufgabe“, sagte die Bürgermeisterin von Swisttal, Petra Kalkbrenner (CDU). In Erftstadt-Blessem muss das Wasser auch am Dienstag noch abgekocht werden, wie der Rhein-Erft-Kreis mitteilte.

Währenddessen geht die Bestandsaufnahme für die Schäden in den Regionen weiter. „Wir haben mal versucht, so grob die Schäden zu ermitteln“, sagte der Bürgermeister von Rheinbach. „Da wird mir übel wenn ich das sehe.“ Und dabei gehe es nur um die kommunalen Schäden. „Ich bin natürlich auch in vielen Ortsteilen unterwegs und hab mir das angeguckt. Wenn man das alles zusammenzieht, da kommt einem der Graus.“

RND/dpa

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