Hochwasser: Laschet lacht während Ansprache von Steinmeier

  • NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier haben das von Unwetter stark betroffene Erft­stadt besucht.
  • Doch ein Video sorgt für Aufsehen.
  • Laschet lacht, während der Bundespräsident über die Opfer spricht.

Berlin. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ist wegen eines Videos unter Druck geraten, das ihn während einer Ansprache von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Unwetterkatastrophe lachend im Hintergrund zeigt. Die Aufnahmen entstanden bei ihrem gemeinsamen Besuch am Samstag im besonders von Hochwasser betroffenen Gebiet in Erftstadt.

Twitter-Nutzer verbreiteten Videos mit dem Statement Steinmeiers, in dem er Betroffenen des Unwetters Mut zuspricht und die Einsatzkräfte würdigt. „Dass denjenigen, die vieles verloren haben, die große Verluste erlitten haben, dass ihnen Hilfe zuteilwerden soll“, sagte der Bundespräsident.

Unionskanzlerkandidat Laschet war dabei im Hintergrund zu sehen. Neben ihm standen unter anderem Frank Rock, Landrat des Rhein-Erft-Kreises. Laschet sagte etwas, anschließend lachten sie und unterhielten sich kurz. Nach wenigen Sekunden ging Laschet aus dem Bild.

Video
Erftstadt: Bilder nach der Katastrophe
0:59 min
Keine Toten – aber es sei noch nicht auszuschließen, dass die Retter bei den Aufräumarbeiten Opfer finden könnten, sagte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises.  © Reuters

Im Anschluss des Statements von Steinmeier traten Laschet, Rock und Carolin Weitzel, Bürgermeisterin von Erftstadt, vor die Presse. Der NRW-Ministerpräsident forderte Direkthilfe für die vom Hochwasser betroffenen Menschen. Er nannte das Hochwasser eine „Jahrhundertkatastrophe“.

Laschet wird kritisiert

Auf Twitter sorgte der Ausschnitt für heftige Kritik an dem Kanzlerkandidaten. Am Samstagabend erreichte der Hashtag „LaschetLacht“ Platz zwei und „LaschetDarfNichtKanzlerWerden“ Platz eins der deutschen Twitter-Trends.

TV-Moderator Klaas Heufer-Umlauf zeigte sich empört. „huhu. der typ der sich da im hintergrund kringelig lacht, während der bundespräsident über die flutkatastrophe spricht, will übrigens kanzler werden“, schrieb er. Heufer-Umlauf fügte hinzu: „junge junge.“

„Ich bin wirklich sprachlos“, schrieb SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil über das Video. „Eine Frage des Charakters“, twitterte Kevin Kühnert, stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD. Der Europabeauftragte der SPD, Udo Bullmann, kommentierte: „Laschet ohne Stil. Verantwortung in kritischer Zeit sieht anders aus.“

„#Laschet findet Flutkatastrophen offenbar recht witzig“, kommentierte eine Twitter-Nutzerin mit dem Namen Susanne.

Worüber Laschet gesprochen hat, wurde zunächst nicht bekannt. Es ist auch nicht zu erkennen, ob er die Worte des Bundes­präsidenten hören konnte, als er lachte. Nach dem Termin mit Steinmeier besuchte Laschet eine Notunterkunft für Hochwasseropfer in Erftstadt.

Laschet entschuldigt sich

Am Samstagabend reagierte Laschet auf die Kritik. „Ich danke dem Bundespräsidenten für seinen Besuch. Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben“, schrieb er auf Twitter.

„Umso mehr bedauere ich den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden ist“, erklärte Laschet. „Dies war unpassend und es tut mir leid.“

Auch Steinmeier lachte

Doch ein weiterer Ausschnitt zeigte auch den Bundespräsidenten beim Witzeln. Als Laschet vor die Presse trat und über die Betroffenen des Unwetters sprach, ist Steinmeier im Hintergrund zu sehen.

Steinmeier wurde auf etwas außerhalb des Bildes hingewiesen. Während er dort hin schaute, lächelte der Bundespräsident.

RND/af

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