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Ex-Generalinspekteur von Kirchbach: Beim Katastrophen­schutz muss rasch gehandelt werden

  • Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Hans-Peter von Kirchbach, hat sich bei den Hochwassern 1997 und 2002 Meriten verdient.
  • Jetzt plädiert er für schnelle Konsequenzen aus der jüngsten Hochwasserkatastrophe.
  • Was nicht bald getan werde, werde gar nicht mehr getan, sagt der langjährige Soldat.
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Berlin. Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Hans-Peter von Kirchbach, hat nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz baldige Entscheidungen zur Verhinderung künftiger Katastrophen angemahnt. Er leitete den Bundeswehreinsatz bei der Oder-Flut 1997 und saß 2002 einer Kommission vor, die Schlussfolgerungen aus dem Elbe-Hochwasser 2002 ziehen sollte.

„Wir neigen dazu, nachlässig zu werden, wenn drei Jahre nichts passiert ist“, sagte von Kirchbach dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich kann den Landesregierungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz deshalb nur empfehlen, ganz schnell tätig zu werden. Was in den ersten vier bis fünf Jahren nicht geschehen ist, läuft immer Gefahr, dass es nicht mehr geschieht.“

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Warnung „grandios schiefgegangen“

Neben einer besseren Warnung der betroffenen Regionen, die im Sommer „grandios schiefgegangen“ sei und nicht zuletzt für Entscheidungsträger in Kommunalverwaltungen und Ministerien verständlich sein müsse, sowie der Schaffung von Überlaufflächen bei Flüssen mahnte er zudem eine Zentralisierung des Katastrophenschutzes bei den Innenministerien der Länder an.

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Jahrelange Aufbauarbeiten – Merkel besucht Flutgebiete
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Die Bundeskanzlerin hat sich weiter über den Wiederaufbau nach dem Julihochwasser informiert.  © Reuters

„Es müssen frühzeitig Krisenstäbe eingerichtet werden, und zwar bevor die eigentliche Lage es erfordert“, sagte von Kirchbach dem RND. „Und wenn mehrere Landkreise betroffen sind, dann muss die zentrale Steuerung bei der Bewältigung der Katastrophe bei den Länder-Innenministerien liegen.“ Auch den Behörden des Bundes müsse man mehr Raum geben.

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Merkel in Nordrhein-Westfalen

Der ehemalige Generalinspekteur betonte, dass es beim Elbe-Hochwasser 2002 ebenfalls immerhin 45 Tote gegeben habe, und verwies überdies auf das folgende Hochwasser 2013. „Das Thema wird uns nicht loslassen“, sagte er. „Dafür müssen wir gerüstet sein.“

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Kanzlerin Angela Merkel hatte am Sonntag Hochwassergebiete in Nordrhein-Westfalen und am Freitag in Rheinland-Pfalz besucht. Bei den Überflutungen Mitte Juli waren insgesamt rund 180 Menschen ums Leben gekommen. Die Bewältigung der materiellen Folgen wird nach Einschätzung aller Beteiligten Jahre dauern.

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