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  • Hochwasser in Bayern: Markus Söder und Olaf Scholz versprechen schnelle Hilfe

Scholz und Söder kündigen schnelle und langfristige Hilfen an

  • Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann haben sich in Südostbayern ein Bild von der Lage in der Hochwasserregion gemacht.
  • Scholz sagte, die Überschwemmungen seien Folgen des menschengemachten Klimawandels, und forderte einen schnellen Wandel in der Industrie.
  • Er kündigte schnelle Finanzhilfen und langfristige Unterstützung für den Wiederaufbau der betroffenen Gebiete an.
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Schönau am Königssee. Bundesfinanzminister Olaf Scholz, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sind am Sonntag ins Berchtesgadener Land gereist, um sich vor Ort ein Bild von der Hochwasserlage zu machen. Scholz berichtete bei einer Pressekonferenz, dass sie mit Betroffenen gesprochen hätten. Er zeigte sich erschüttert, auch angesichts der zahlreichen Opfer. „So viele waren es sehr lange nicht in Deutschland bei einer Naturkatastrophe.“ Er befürchte, dass in den nächsten Tagen noch weitere Opfer bekannt werden würden.

Auch Markus Söder zeigte seine Anteilnahme und seine Bestürzung. „Das ist eine absolute Superkatastrophe“, sagte er in Schönau am Königssee. Die Politik werde alles versuchen, um den Betroffenen zu helfen. „Wir trauern um alle Opfer, wir beten mit den Angehörigen, wir wünschen allen, die noch betroffen sind, alles Gute“, sagte Söder. Zudem dankte er den Rettungskräften, die Übermenschliches leisteten.

Söder sprach dabei genauso wie Scholz von kurzfristigen wie langfristigen Hilfen. Man müsse den Betroffen akut helfen, die gerade alles verloren hätten. Der Wiederaufbau von Straßen und Infrastruktur werde aber noch viel länger dauern. Dafür brauche es langfristige Unterstützung.

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Flutkatastrophe: Scholz und Söder versprechen Hilfe
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Bundesfinanzminister Olaf Scholz zu Besuch im Hochwasser-Katastrophengebiet in Schönau in Bayern.  © Reuters
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„Das ist eine nationale Aufgabe“, sagte Finanzminister Scholz. „Da geht es um viel Geld, das Bund und Länder gemeinsam aufbringen müssen.“ Eine konkrete Summe nannte er noch nicht. Aber er sagte, dass man sich an den Hilfen der letzten Hochwasserkatastrophe, die etwa 400 Millionen Euro betragen hätten, orientieren werde.

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Scholz ist der Meinung, dass die Überschwemmungen eine Folge des menschengemachten Klimawandels sind. Deswegen müsse Deutschland schnell zu einem klimaneutralen Industrieland werden. „Wir sind es, die die Technologien und wirtschaftlichen Kompetenzen haben“, sagte der SPD-Kanzlerkandidat.

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Der unwetterartige Regen hört nicht auf: Am Abend treffen schwere Unwetter Teile Bayerns, die Sächsische Schweiz und Österreich.  © dpa

Ein paar Stunden zuvor hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Eifelgemeinde Schuld zur Lage geäußert. „Wir stehen an Ihrer Seite“, sagte sie zu den Helfern.

Bei der Hochwasserlage in Bayern ist vorerst keine Entspannung in Sicht. Im besonders betroffenen oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land galt auch am Sonntag noch der Katastrophenfall. Im Laufe des Tages regnete es erneut stark. In Passau stiegen die Pegelstände von Donau und Inn nach Angaben der Stadt massiv. Uferpromenade und Parkplätze wurden überflutet.

Sintflutartige Regenfälle hatten am Samstagabend im Süden des Landkreises Berchtesgadener Land den Fluss Ache über die Ufer treten und Hänge abrutschen lassen. Zwei Menschen kamen ums Leben. Ein Mensch starb nach Angaben von Landrat Bernhard Kern (CSU) an einer natürlichen Ursache. Ein Zusammenhang mit dem Unwetter sei aber nicht ausgeschlossen. Weitere Details wollte er nicht nennen.

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Unterdessen sehen die Bürgermeister der von der Flut-Katastrophe besonders hart getroffenen Gemeinden die Existenz ihrer Gemeinden in Teilen gefährdet.  © Reuters

Die Einsatzkräfte mussten rund 135 Menschen aus ihren Häusern holen und in Sicherheit bringen. Am Sonntag gab es weitere Evakuierungen. Rund 900 Hilfskräfte sind inzwischen in Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau im Einsatz. Bis zu 500 Mal mussten sie bisher ausrücken.

RND/dpa/sas

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