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Krisenkonzept für hohe Temperaturen

Hitzewelle: Sozialverband VdK fordert Pflege-Hitzeschutzplan

Gerade für ältere Menschen kann drückende Hitze zu einer Gefahr werden.

Berlin. Am Dienstag klettern die Temperaturen gefährlich hoch: bis zu 38 Grad in Berlin, sogar bis zu 40 Grad Richtung Karlsruhe. Für Seniorinnen und Senioren sowie Pflegebedürftige kann das eine echte Gefahr sein. Der Sozialverband VdK forderte daher zielgenaue Hitzeschutzkonzepte für Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser.

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„Wir brauchen daher dringend ein Krisenkonzept für Hitzeereignisse, die gerade Menschen in Pflegeheimen und Krankenhäusern besonders belasten“, sagt die Präsidentin Verena Bentele dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ein Hitzeaktionsplan muss her, mit umfassenden Vorgaben für Pflegeanbieter: von der Medikamentenlagerung bis hin zu baulichen Maßnahmen wie Thermofenstereinbau und Verschattungssysteme.“

Auch für zu Hause Gepflegte sei die Hitze bedrohlich

Bentele lenkte den Blick auch auf zu Hause Gepflegte. Sie dürften nicht vergessen werden, ergänzte die Verbandschefin. „Eine Informationskampagne muss sie und pflegende Angehörige auf die Gefahren hinweisen und wie man sich effektiv davor schützen kann.“ Die aktuelle Hitzewelle könne insbesondere für ältere, pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen lebensbedrohlich sein.

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Warnungen kamen auch vom Chef der Bundesärztekammer Klaus Reinhardt: „Hitze kann krank machen.“ Besonders gefährdet seien ältere Menschen, Personen mit Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen, Schwangere und Kleinkinder, teilt die Bundesärztekammer am Montag mit.

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Auch die falsche Arznei macht Hitze gefährlich: „Einige Medikamente wie Entwässerungstabletten, Blutdrucksenker oder Schilddrüsenhormone können den Abkühlungsmechanismus des Körpers beeinflussen oder den Flüssigkeitsverlust verstärken. Hier sollte man mit seinem Arzt Rücksprache halten“, rät Reinhardt.

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Reinhardt: „Vulnerable Menschen im Blick behalten“

Zudem sollten Medikamente nicht in Räumen über 25 Grad Celsius gelagert werden, gegebenenfalls seien sie im Kühlschrank besser aufgehoben. Personen mit Vorerkrankungen, Übergewicht oder mangelnder Fitness empfiehlt Reinhardt ärztliche Beratung. „Wichtig ist auch, besonders vulnerable Menschen – so zum Beispiel ältere, alleinlebende Menschen – im Blick zu behalten.“

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So haben ältere Menschen ein geringeres Durstgefühl und vergessen oftmals zu trinken, weiß Anja Karrasch, Sprecherin der Johanniter-Unfall-Hilfe. „So kommt es zu Einsätzen im Rettungsdienst – die Patienten haben eine Exsikkose.“ Das heißt, ihr Körper trocknet regelrecht aus. Sie können daher eine kurzzeitige Bewusstlosigkeit erleiden.

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Karrasch rät dazu, die Betroffenen ans Trinken zu erinnern und Getränke bereitzustellen. Ideale Durstlöscher seien nicht alkoholische Getränke wie Mineralwasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen mit zimmerwarmer Temperatur. Ärztekammer-Präsident Reinhardt empfiehlt zudem, körperliche Anstrengungen zu vermeiden und kühle Räume aufzusuchen.

Derweil werden Rufe nach einem nationalen Hitzeschutzplan lauter. Die Bundesärztekammer forderte wie auch der Marburger Bund ein bundesweites Konzept. „Wir brauchen dringend einen nationalen Hitzeschutzplan auf Bundesebene“ , so Reinhardt. Ärztinnen und Ärzte aus Klinik und Praxis sollten bei der Ausarbeitung der Hitzeschutzpläne einbezogen werden.

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