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Newsletter „Der Tag“

Hilfsbereitschaft mit Hindernissen

Bett in der Turnhalle: Helfer der Johanniter und des Arbeiter-Samariter-Bundes richten eine Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine in Münster ein.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

3.772.599 – die Größenordnung dieser Zahl ist schwer zu fassen, und das, obwohl wir die Einzelnen, die sie bilden, jeden Tag auf den Bildern aus dem Krieg im Osten Europas sehen. Es ist die Anzahl der Menschen, die nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) bereits aus der Ukraine in andere Länder geflohen sind. Zur Einordnung: Das sind mehr Menschen, als in Hamburg, Bremen und dem Saarland zusammen leben.

Empfangen werden die Geflüchteten aus der Ukraine hierzulande mit offenen Armen. Bundesministerinnen empfangen geflüchtete Kinder mit Süßigkeiten, Zehntausende bieten ihre privaten Unterkünfte zum vorübergehenden Wohnen an, Millionen Menschen spenden für die, die nach dem Ausbruch des Krieges so gut wie nichts mehr haben. Die Hilfsbereitschaft ist groß – doch gleichzeitig stehen wir Flüchtenden aus anderen Ländern fast teilnahmslos gegenüber. Woher kommt diese Diskrepanz? Ein Migrationsforscher erklärt, welche Gründe die unterschiedliche Aufnahmebereitschaft hat.

Frankfurt: Erste ukrainische Geflüchtete aus Moldau in Deutschland angekommen

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und Innenministerin Nancy Faeser begrüßen die Menschen am Frankfurter Flughafen.

Aller Hilfsbereitschaft zum Trotz ist auch klar: Die Ankunft von Tausenden täglich stellt für Städte und Kommunen eine enorme Belastung dar. Um den vielen Menschen auf die Schnelle eine Bleibe bieten zu können, bleiben oft nur Massenunterkünfte. Fachleute warnen allerdings vor dieser Art der Unterbringung, weil es dort keine Privatsphäre gibt und auch die Chancen auf Spracherwerb, Bildung und Arbeit sinken würden. Kritik kommt auch von FDP und Grünen. „Viele Städte und Landkreise sind schon jetzt am Limit“, sagte etwa die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann dem RND. Grünen-Parteichef Omid Nouripour forderte einen Krisenstab im Kanzleramt.

Landtagswahl mit Signalwirkung?

Grüne und FDP – bei ebendiesen Parteien wird man heute gespannt ins Saarland blicken. Für die einen ist es nur das kleinste Flächenbundesland, für die anderen ein Gradmesser für die Bundespolitik: Rund 750.000 Wahlberechtigte sind dort zur Wahl eines neuen Landtags aufgerufen. Während SPD-Spitzenkandidatin Antje Rehlinger gute Chancen hat, die Macht der seit 23 Jahren im Saarland regierenden CDU zu brechen, wollen Grüne und FDP in den Landtag einziehen. Die Umfragen sahen beide Parteien zuletzt bei etwa 5 Prozent – es könnte knapp werden.

Warum die Wahl auch für den Bund große Wirkung haben könnte, hat meine Kollegin Kristina Dunz analysiert (RND+). Alle Prognosen, Hoch­rechnungen und Ergebnisse stellen wir am Abend ab 18 Uhr in diesem Überblick für Sie zur Verfügung.

 

Zitat des Tages

Um Gottes willen, dieser Mann kann nicht an der Macht bleiben.

Joe Biden,

US-Präsident, in Warschau

Im Vorfeld hatte das Weiße Haus eine „historische Rede“ von US-Präsident Joe Biden in Warschau angekündigt. In seiner Rede zum Abschluss seines Europabesuchs wählte Biden dann auch scharfe Worte in Richtung des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er forderte die russische Bevölkerung auf, sich gegen ihren Staatschef zu wenden, während er der ukrainischen Bevölkerung Mut zusprach. Starke Worte allein werden jedoch wenig bewirken, kommentiert mein Kollege Thoralf Cleven.

 

Leseempfehlungen

Ob in Biologie, Physik oder Astronomie: Frauen haben durch ihre Leistungen die Welt bereichert. Doch die Anerkennung dafür erhalten sie teilweise bis heute nicht. Vielen Frauen standen jahrelang im Schatten der Männer – wir machen sie wieder sichtbar. Über fünf unsichtbare Heldinnen lesen Sie mit unserem Angebot RND+.

Der Autofahrer, der schnell überholt, ist ein Volltrottel. Die Lieferdienstfahrerin, die die Einfahrt zuparkt, hat sie doch nicht mehr alle. Fast nirgendwo in Deutschland wird so geschimpft und gewütet wie tagtäglich im Straßenverkehr. Woran das liegt und wie es sich ändern lassen könnte, erklärt ein Verkehrspsychologe im Interview (RND+).

 

Aus unserem Netzwerk

Nur mit einer kleinen Reisetasche und einer Handtasche brach Anna Liubinetska in Kiew auf. 70 Stunden dauerte die Flucht der 28-Jährigen. Jetzt ist sie in Deutschland angekommen – und hat bereits einen Ausbildungsvertrag auf Usedom unterschrieben, wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet.

 

Termine des Tages

Auf ihren Landesparteitagen stellen FDP und Grüne heute ihre jeweiligen Landeslisten für die anstehende Landtagswahl in Niedersachsen auf.

In der Formel 1 wird heute um den Großen Preis von Saudi-Arabien gefahren. Überschattet wird das Rennen von einem schweren Unfall des Deutschen Mick Schumacher beim Qualifying am Samstag sowie von einem Anschlag auf eine Ölanlage nur wenige Kilometer vom Fahrerlager entfernt.

 

Was heute wichtig wird

Am Sonntag (Ortszeit) werden in Hollywood die 94. Academy Awards verliehen.

Am Sonntag (Ortszeit) werden in Hollywood die 94. Academy Awards verliehen.

Um 17 Uhr Ortszeit soll sie beginnen: die Verleihung der Oscars. Die 94. Academy Awards kehren nach einem Jahr unter Corona-Einfluss zurück zu alten Gewohnheiten: mit rotem Teppich und mehr. Wer zu den Favoriten gehört und warum gerade das Kino am Ende der größte Verlierer des Abends sein könnte, hat mein Kollege Stefan Stosch zusammengefasst (RND+). Übrigens: Wir begleiten die Vergabe der Trophäen, die nach unserer Zeit in der Nacht zu Montag stattfindet, mit einem Liveblog.

 

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Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihre Sabine Gurol

 

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