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Hessen: Ärger über 2G-Optionsmodell für Supermärkte

  • Hessen und Niedersachsen erlauben dem Einzelhandel, ein 2G-Optionsmodell anzuwenden.
  • Im Internet sorgt dies für Aufregung, weil die Regelung auch für Supermärkte gelten könnte.
  • FDP-Politikerin Katja Adler sieht eine rote Linie in der Corona-Politik überschritten, die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht spricht von einer neuen Stufe des „indirekten Impfzwangs“.
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In Hessen und in Niedersachsen gilt ein 2G-Optionsmodell für den Einzelhandel. Das könnte auch bedeuten, dass möglicherweise nur noch genesene oder geimpfte Kunden und Kundinnen in Supermärkten bedient werden. Während die Landesregierung beruhigt, schlagen die Twitter-Nutzer Alarm.

Auf dem Kurznachrichten­dienst äußerten sich am Freitagmorgen zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer verärgert über die hessische 2G-Regelung für den Einzelhandel. FDP-Politikerin Katja Adler sieht eine rote Linie in der Corona-Politik überschritten. „Menschen von der Grundversorgung abzuschneiden ist menschenrechtsmissachtend“, schreibt sie.

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Sahra Wagenknecht von der Linken spricht von einer neuen Stufe des „indirekten Impfzwangs“: „Für möglichen Ausschluss von Ungeimpften aus Lebensmittelläden durch #2G-Optionsmodell gibt es keinen Grund. Nach RKI ist jeder dritte Covid-19-Fall doppelt geimpft und #Impfdurchbrüche steigen stärker als Impfungen“, schreibt Wagenknecht auf Twitter.

Impfpflicht durch die Hintertür?

Auch andere Nutzer sahen den Schritt, 2G für den Einzelhandel zu ermöglichen, als weiteren Schritt in Richtung einer erzwungenen Impfpflicht. Der AfD-Bundestags­abgeordnete Malte Kaufmann bezeichnete das 2G-Modell sogar als „Impf-Apartheid“.

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Am Dienstag war bekannt geworden, dass das Land Hessen die 2G-Regel als Optionsmodell auf den gesamten Einzelhandel ausweitet. Theoretisch könnten dann auch Supermärkte nur noch geimpfte oder genesene Kunden zulassen. „Wir gehen davon aus, dass diese Option eher nur tageweise genutzt wird und Geschäfte des alltäglichen Bedarfs davon keinen Gebrauch machen werden“, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). „Das heißt dann aber auch, dass ohne 2G weiter die Abstands- und die Maskenpflicht gelten.“

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Mit der Ausweitung der 2G-Regel auf den gesamten Einzelhandel reagierten die Minister den Angaben zufolge auf „Wünsche aus der Branche“.

Der Handelsverband sprach sich im Gespräch mit unserer Redaktion sogar für ein bundesweites 2G-Optionsmodell aus. „Es ist gut, wenn die Händler die Wahlmöglichkeit haben, wie sie mit dem Thema 2G oder 3G als Zutrittsvoraussetzung zu ihren Geschäften umgehen möchten“, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND). Er betonte jedoch, dass kein Händler gezwungen werden dürfe, nur noch Geimpfte und Genesene in sein Geschäft zu lassen: „Wichtig ist, dass das freiwillig bleibt.“

RND/dpa/ag

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