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Hennig-Wellsow glaubt weiter an Grün-Rot-Rot: „Entfremdung zwischen Union und Grünen“

  • Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow hält eine Koalition mit Grünen und SPD weiter für möglich.
  • Das Rennen sei noch nicht gelaufen, sagt sie.
  • Zwischen Union und Grünen sieht sie hingegen eine Entfremdung.
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Berlin. Die Vorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, hat eine Koalition mit den Grünen und der SPD noch nicht abgeschrieben. „Grün-Rot-Rot war zwischenzeitlich bei 45 oder 46 Prozent“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Jetzt ist es etwas weniger. Aber das Rennen ist noch nicht gelaufen.“

Hennig-Wellsow fügte hinzu: „Das Wahlprogramm der Union unterscheidet sich in den Bereichen Klimaschutz und Sozialpolitik diametral von den Grünen. Da gibt es zwischen den Grünen, der SPD und der Linken deutlich mehr Übereinstimmungen. Mich wundert daher nicht, dass sich zwischen der Union und den Grünen immer mehr eine Entfremdung einstellt. Das wird sich auch im Wahlkampf niederschlagen.“ Bis zum Wahltag sei alles offen.

Hennig-Wellsow verteidigte zudem Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock gegen die jüngste Kritik. „Die Buchgeschichte können wir gern zur Seite legen“, sagte sie. „Denn auch wenn Annalena Baerbock jetzt unter anderem wegen des Buches die Eignung für ein politisches Amt abgesprochen wird: Das ist nicht entscheidend. Ich habe im Übrigen erlebt, dass man sich mit ihr gut politisch auseinandersetzen kann.“

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Hennig-Wellsow sieht Baerbocks Glaubwürdigkeit intakt

Sie sehe bei Baerbock auch keine Beschädigung der politischen Glaubwürdigkeit, sagte Hennig-Wellsow und fuhr fort: „Man sollte sich stattdessen Armin Laschet anschauen, der es nicht schafft, sich vom ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen und seinen rechten Ausfällen zu distanzieren. Oder die Maskengeschäfte einiger Unionspolitiker. Das würde ich viel härter bewerten als beim eigenen Buch zu schummeln. Dass auch das nicht gut ist, das stimmt; das kann man auch nicht wegreden. Aber das politische Verhalten der CDU ist wesentlich schädlicher.“

Auf die Frage, ob Frauen in der Politik härter beurteilt würden, antwortete die Linken-Politikerin: „Ich finde, dass Frauen in der Politik öfter als Frauen wahrgenommen werden. Damit sind dann bestimmte Zuschreibungen verbunden. Das, was ich an Beleidigungen auf meinen Social-Media-Accounts erlebe, ist gelinde gesagt sportlich. Teilweise ist es auch richtig widerlich, und das in Größenordnungen.“

Dringliche gesellschaftliche Fragen

Die Linken-Politikerin betonte: „Die gesellschaftlichen Fragen, die wir beantworten müssen, sind dringlich. Es ist kein Hexenwerk, das zu erkennen. Die Klimafrage wird sich in den nächsten zehn Jahren entscheiden. Damit wird sich auch vieles andere entscheiden. Daran hängt die soziale Frage, weil es ein soziales Fundament braucht, um die Gesellschaft mitzunehmen. Das wiederum bedingt, dass wir die Verteilungsfrage beantworten.“

Nötig sei eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze, Sanktionsfreiheit wie überhaupt eine Weiterentwicklung der Grundsicherung. Nötig sei ferner eine Besteuerung von Millionenvermögen und eine Erhöhung des Mindestlohns auf 13 Euro.

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