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Fünf Jahre nach Ausschreitungen von Heidenau: Gabriel findet Wort “Pack” weiter richtig

  • Im sächsischen Heidenau randalierten im August 2015 Rechtsradikale vor einer Flüchtlingsunterkunft.
  • Der damalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) reiste an den Ort des Geschehens.
  • Die Bezeichnung “Pack” für die Gewalttäter hält er unverändert für angemessen.
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Berlin. Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) findet seine Bezeichnung “Pack” für die rechtsradikalen Randalierer vor der Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Heidenau heute vor fünf Jahren unverändert richtig. “Ich erinnere mich noch gut an meinen damaligen Besuch in Heidenau, und ich konnte weder damals noch kann ich heute Fakten von Emotionen trennen”, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). “Denn wenn von außerhalb angereiste Ausländerhasser und Rechtsradikale versuchen, die in Heidenau lebenden Bürgerinnen und Bürger aufzuhetzen und sogar damit drohen, eine Flüchtlingsunterkunft niederzubrennen, dann ist es mir unmöglich, darauf kühl und emotionslos zu blicken.”

Der inzwischen aus der Politik ausgeschiedene Sozialdemokrat betonte zwar: “Man durfte damals und man darf heute in Deutschland zur Frage der Flüchtlingsaufnahme unterschiedliche Meinungen haben und die auch sagen.” Die Grenze sei jedoch dort überschritten, wo offen zur Gewalt gegen Menschen aufgefordert werde. Dies hätten damals angereiste Neonazis getan, und dazu dürfe man nicht schweigen. Da sei das Wort “Pack” angebracht.

Von außerhalb angereist

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“Mir fällt für diejenigen, die dort bis hin zur Brandstiftung gehen wollten und ihre hetzerischen Parolen verbreitet haben, auch heute noch kein schönerer Begriff ein”, sagte Gabriel dem RND. “Ich fand es richtig, denjenigen, die sich zu dem ‘wahren deutschen Volk’ erklären wollten und doch nichts anderes waren als Volksverhetzer, sprachlich mal eine Grenze zu setzen. Denn das, was sich diese Rechtsradikalen da angemaßt haben, ist ja gerade nicht Deutschland und übrigens auch nicht Heidenau.” Die Gespräche auf der Straße mit den Einwohnern seien nämlich völlig normal und unaufgeregt gewesen.

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Wenn sich heute nicht zuletzt AfD-Vertreter von dem Begriff “Pack” gemeint empfänden, dann könne er nur sagen: “Jeder zieht sich den Schuh an, der ihm passt.”

Falsche Interpretationen

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Gabriel war am 25. August 2015 nach Heidenau gereist, nachdem dort mehrere Hundert Menschen den Zugang zu einem zweigeschossigen Praktiker-Baumarkt blockiert hatten, in dem bis zu 600 Flüchtlinge untergebracht werden sollten. Organisierte Rechtsradikale unter Führung der NPD randalierten damals, warfen mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern und attackierten Polizisten, von denen 31 verletzt wurden. 52 der 320 bereits anwesenden Flüchtlinge waren Kinder.

Gabriel sagte seinerzeit: “Bei uns zu Hause würde man sagen, das ist Pack, was sich hier herumgetrieben hat.” Dies war teilweise kritisiert worden, weil es fälschlicherweise auf all jene gemünzt wurde, die die liberale Flüchtlingspolitik der Bundesregierung ablehnten.

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