• Startseite
  • Politik
  • Hausarrest: Kolumbiens Ex-Präsident Uribe positiv auf Corona getestet

Kolumbiens Ex-Präsident Uribe positiv auf Corona getestet

  • Der Ex-Präsident Kolumbiens wurde unter Hausarrest gestellt, weil ihm vorgeworfen wird, Verbindungen zu den rechten Paramilitärs gehalten zu haben, die in Kolumbien für einen bewaffneten Konflikt sorgten.
  • Ein Test hat nun ergeben, dass sich Álvaro Uribe mit dem Coronavirus infiziert hat.
  • Schwere Symptome zeigt er allerdings nicht.
Anzeige
Anzeige

Bogota. Einen Tag, nachdem der Oberste Gerichtshof in Kolumbien Álvaro Uribe unter Hausarrest gestellt hatte, ist der ehemalige kolumbianische Präsident positiv auf das Coronavirus getestet worden. Uribe befinde sich in sehr gutem gesundheitlichen Zustand und habe keine schwereren Symptome oder irgendwelche Atemschwierigkeiten, sagte Gabriel Velasco, Sprecher von Uribes rechter Partei "Centro Democrático" in einem Video in den sozialen Medien am Mittwoch.

Der Ex-Präsident hält sich derzeit auf seinem Anwesen im Norden Kolumbiens auf. Das oberste Gericht hatte Uribe am Dienstag unter Hausarrest gestellt, um zu verhindern, dass er die Ermittlungen der Justiz behindert. Gegen ihn wird ermittelt, weil er Zeugen bestochen und unter Druck gesetzt haben soll, um sie zum Schweigen zu bringen.

Verbindungen zu rechten Paramilitärs

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Der Senator und Ex-Staatschef und seine Familie werden beschuldigt, Verbindungen zu paramilitärischen Gruppen gehabt zu haben, die in mehr als 50 Jahren Bürgerkrieg in Kolumbien Angst und Schrecken verbreitet hatten.

Das südamerikanische Land litt jahrzehntelang unter einem bewaffneten Konflikt zwischen den Streitkräften, linken Guerillagruppen und rechten Paramilitärs, in dem mehr als 250.000 Menschen ums Leben kamen, mehr als sieben Millionen Bewohner wurden innerhalb Kolumbiens vertrieben.

Video
Virologe Drosten: Strategieänderung bei zweiter Welle
1:06 min
Virologe Christian Drosten von der Charité in Berlin schlägt vor, sich nicht mehr auf einzelne Corona-Fälle, sondern auf Infektionsgruppen zu konzentrieren.  © dpa

Die Farc als größte Rebellenorganisation hat inzwischen einen Friedensvertrag mit der Regierung geschlossen und die Waffen niedergelegt. Die Paramilitärs, die die Rebellen bekämpften, wurden bereits Mitte der 2000er demobilisiert.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen