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Humor und scharfe Spirituosen

Einigung zwischen Kanada und Dänemark im „Whisky-Krieg“ um Miniinsel

Jeppe Kofod, Außenminister von Dänemark

Es gibt „Kriege“, die kosten keine Menschenleben, die werden ohne schweren Waffen sondern mit Humor und scharfen Spirituosen geführt – und am Ende friedlich beigelegt. Dänemark und Kanada haben es der Welt demonstriert. Um ein Stück Land ging es dennoch. Die Hans-Insel ist ein unwirtlicher, vegetationsloser Flecken Land 1,3 Quadratkilometer klein in der in der Nares-Straße zwischen Kanada und dem zu Dänemark gehörenden Grönland.

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Nach fast fünf Jahrzehnten haben Dänemark und Kanada diesen teils kurios geführten Grenzstreit in der Arktis beigelegt. Mit einem Abkommen, das nach der Unterzeichnung am Dienstag noch formal von beiden Staaten gebilligt werden muss.

„Dies sendet ein klares Signal, dass es möglich ist, Grenzstreitigkeiten ... in pragmatischer und friedlicher Weise zu lösen, so dass alle Parteien Gewinner sind“, sagte der dänische Außenminister Jeppe Kofod. Gerade in Zeiten von Krieg und Unruhen sei ein solches Signal wichtig.

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1973 keine Einigung über Hans-Insel

Kanada und Dänemark hatten sich 1973 auf den Grenzverlauf in der Nares-Straße zwischen dem kanadischen Ellesmere Island und der autonomen dänischen Insel Grönland geeinigt, aber waren damals zu keiner Übereinkunft über die Hans-Insel gekommen.

In den darauffolgenden Jahrzehnten wurde die Insel immer wieder mal Thema, ohne dass es aber einen ernsthaften Konflikt zwischen den beiden westlichen Staaten gegeben hätte. Vielmehr gab es einen kuriosen Schlagabtausch, der in den Medien auch als „Whisky-Krieg“ bezeichnet wurde.

1984 provozierte Kanada Dänemark, indem es seine Flagge auf der Insel hisste und eine Flasche kanadischen Whisky hinterließ. Der dänische Minister für grönländische Angelegenheiten kam im selben Jahr selbst mit der dänischen Flagge, einer Flasche Akvavit und einem Brief mit der Aufschrift „Willkommen auf der dänischen Insel“. Seitdem hinterließen beide Seiten immer wieder Flaschen mit verschiedenen Spirituosen.

Beide Länder einigten sich 2005 auf einen Prozess zur Lösung des Problems. Jetzt wurde der Streit endgültig beigelegt.

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RND/AP

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