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“Handgranate”: Bolton warnte offenbar wegen Ukraine-Aktivitäten

  • Vor dem US-Kongress hat eine frühere Mitarbeiterin des Weißen Hauses neue Details zur Ukraine-Affäre berichtet.
  • Offenbar gab es große Differenzen zwischen Ex-Sicherheitsberater Bolton und Trumps Anwalt Giuliani.
  • Demnach hat Bolton Giulianis Bemühungen, Ermittlungen gegen Joe Biden zu forcieren, als “Handgranate” bezeichnet.
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Washington. Eine frühere Mitarbeiterin des Weißen Hauses hat über große interne Meinungsverschiedenheiten zu den Ukraine-Aktivitäten von Präsident Donald Trumps Anwalt Rudolph Giuliani berichtet. Details über die zehnstündige nichtöffentliche Anhörung von Fiona Hills vor den drei Ausschüssen des Repräsentantenhauses verlauteten aus informierten Washingtoner Kreisen. Die Ausschüsse prüfen wegen der Ukraine-Affäre ein mögliches Amtsenthebungsverfahren gegen Trump.

Hill gab demnach mehrere Informationen zu Protokoll. Etwa habe der frühere Sicherheitsberater John Bolton Giuliani wegen seiner informellen Bemühungen, in Kiew Ermittlungen gegen Trumps demokratischen Rivalen Joe Biden anzustoßen, eine "Handgranate" genannt. Diese "jagt alle in die Luft", soll Bolton laut Hill erklärt haben.

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Hill bekam Anordnung von Bolton

Hill war Russlandexpertin im Weißen Haus. Anfang Juli habe sie auf Boltons Anordnung mindestens zweimal mit dem Anwalt des Nationalen Sicherheitsrats, John Eisenberg, über dessen Bedenken zu den Ukraine-Aktivitäten Giulianis gesprochen. Zwei Wochen später fand Trumps umstrittenes Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj statt. Darin regte Trump Ermittlungen gegen Joe Biden und dessen Sohn Hunter an. Ein Whistleblower reichte dazu eine offizielle Beschwerde ein - der Anstoß für die Demokraten, eine Impeachment-Untersuchung gegen Trump einzuleiten.

Hill äußerte sich auch über Boltons Einschätzung des US-Botschafters bei der Europäischen Union, Gordon Sondland, und des amtierenden Stabschefs im Weißen Haus, Mick Mulvaney. Bolton habe ihr gesagt, nichts "mit was für einem Drogendeal auch immer" zu tun zu haben, den Sondland und Mulvaney "aushecken" würden. Auch das bezog sich vermutlich auf die Ukraine-Aktivitäten.

Sondland soll am Donnerstag in der Ukraine-Affäre gehört werden. Er wurde von den Kongressausschüssen unter Strafandrohung vorgeladen.

RND/AP