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Hanau: Neue Details über Tatverdächtigen legen planvolles Handeln nahe

  • Tobias R., der mutmaßliche Attentäter von Hanau, besaß drei Waffen und besorgte sich überdies die Erlaubnis, diese ins Ausland mitzunehmen.
  • Das wurde in einer Sitzung des Bundestags-Innenausschusses bekannt.
  • Der AfD-Abgeordnete Gottfried Curio sprach dennoch von einem “kosmischen Psychotiker”.
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Berlin. Eine Woche nach dem rassistischen Anschlag von Hanau wurden bei einer Sondersitzung des Bundestags-Innenausschusses neue Details über den mutmaßlichen Attentäter publik. An der Sitzung nahmen unter anderem Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), Generalbundesanwalt Peter Frank und der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, teil.

Tobias R. erschoss am Mittwoch vergangener Woche um 21.58 Uhr zuerst einen Menschen auf der Straße. Dann floh er und tötete an mehreren Orten acht weitere Menschen, bevor er zur Wohnung seiner Eltern fuhr. Dort soll sein Auto um 23.10 Uhr festgestellt worden sein. Das Spezialeinsatzkommando sei um 3.03 Uhr in die Wohnung eingedrungen, berichteten Teilnehmer der Sitzung. Ihren Angaben zufolge lag seine Mutter mit zwei Kopfschüssen tot im Wohnzimmer. Die Leiche von Tobias R. sei am Kellerabgang gefunden worden, heißt es.

Vater schweigt beharrlich

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Frank zufolge wurde Tobias R. etwa eine Stunde vor Abgabe des ersten Schusses wegen Falschparkens kontrolliert, weil er auf einem Behindertenparkplatz in der Nähe des ersten Tatorts stand. Er habe bei der Kontrolle nicht aggressiv reagiert, sagte Frank. Ferner wurde bekannt, dass der 43-Jährige legal drei Waffen besaß und sich zuletzt eine der drei Waffen bei einem Waffenhändler in Hanau geliehen hatte. Neu ist schließlich die Information, dass Tobias R. im November 2018 in die USA reiste und seit August 2019 einen europäischen Waffenschein besaß, sodass er Waffen auch ins Ausland mitnehmen konnte. Münch sagte, der mutmaßliche Attentäter habe das Schießen gerade in diesem Jahr intensiv trainiert.

Im Dunkeln bleiben die genauen Umstände des Todes der Mutter. Der überlebende Vater, der sich ebenfalls in der Wohnung aufhielt, könnte dazu vermutlich etwas sagen. Doch der Mann, der durch Beschwerden bei Behörden auffiel und wie sein Sohn als auffällig gilt, schweigt beharrlich.

Die Ermittler gehen unterdessen weiter der Frage nach, welche Kontakte der Tatverdächtige unterhielt, nicht zuletzt in womöglich rechtsextremistischen Kreisen. Münch sagte, Tobias R. sei intensiv bei Youtube unterwegs und sehr technikaffin gewesen. Die Untersuchung seiner Handys und seiner Online-Aktivitäten stehen nach Angaben von Sitzungsteilnehmern noch aus.

Unterschiedliche Interpretationen

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Der AfD-Bundestagsabgeordnete Gottfried Curio sprach nach der Sitzung mit Blick auf Tobias R. von einem “kosmischen Psychotiker”, der “kein gesellschaftspolitisches Urteilsvermögen” besessen habe. “Wir haben keine Mitverantwortung”, sagte er angesichts verbreiteter Kritik an seiner Partei.

Die Ausschuss-Vorsitzende Andrea Lindholz (CSU) erklärte hingegen, Tobias R. habe “eine ganz klar rassistische Einstellung” gehabt. Konstantin von Notz (Grüne) befand, die bekannt gewordenen Informationen belegten, dass dieser “strategisch und planvoll vorgegangen” sei. Und Konstantin Kuhle (FDP) wies Curios Äußerungen direkt zurück. Die AfD vertrete ähnliche Thesen wie der mutmaßliche Täter, sagte er. Deshalb trage sie sehr wohl “eine Mitverantwortung”.




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