Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

“Wie das Salz in der Suppe”: Prostituierte fordern Wiedereröffnung von Bordellen

Eine Prostituierte hält in der Herbertstraße in Hamburg ein Schild mit der Aufschrift "Der Staat fickt uns, aber er zahlt nicht". Sie demonstriert mit anderen Frauen für die Öffnung der Bordelle auf St. Pauli. Diese sind zur Eindämmung der Corona-Pandemie momentan geschlossen.

Eine Prostituierte hält in der Herbertstraße in Hamburg ein Schild mit der Aufschrift "Der Staat fickt uns, aber er zahlt nicht". Sie demonstriert mit anderen Frauen für die Öffnung der Bordelle auf St. Pauli. Diese sind zur Eindämmung der Corona-Pandemie momentan geschlossen.

Hamburg. Prostituierte und Bordell-Betreibende aus ganz Deutschland haben am Samstag (11. Juli) in Hamburg für die Wiedereröffnung von Bordellen demonstriert. Sie fühlten sich in der Corona-Krise alleingelassen, sagte Johanna Weber, politische Sprecherin des Bundesverbandes für erotische und sexuelle Dienstleistungen. Während Friseure, Kosmetikerinnen und Masseure längst wieder arbeiten dürften, drohe Prostituierten die Arbeit in der Illegalität.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Prostituierte fordern das Ende der Corona-Auflagen

Sie fordern bei ihrem Protest eine vergleichbare Unterstützung durch die Regierung wie bei anderen Unternehmen oder Selbstständigen.

An der Demo auf der Reeperbahn nahmen rund 400 Menschen teil. Sie hielten Plakate in die Höhe mit Aufschriften wie: "Sexarbeit darf nicht durch Corona in die Illegalität abrutschen" und "Wir sind Hygieneprofis".

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Sexarbeit in der Schweiz wieder erlaubt

Die Sexarbeiterinnen und -arbeiter hätten sehr lange viel Verständnis für die Corona-Beschränkungen aufgebracht, doch so langsam schwinde die Geduld, so Weber, die seit 27 Jahren in Hamburg als Prostituierte arbeitet. Das habe auch damit zu tun, dass in vielen Nachbarländern erotische und sexuelle Dienste bereits wieder erlaubt seien. "In der Schweiz ist Prostitution seit vier Wochen wieder erlaubt und es hat seitdem keine Corona-Fälle im Zusammenhang mit Bordell-Besuchen dort gegeben."

"St. Pauli ohne Prostitution ist nicht St. Pauli. Prostitution ist Teil unserer Gesellschaft und ist so wichtig wie das Salz in der Suppe", hieß es weiter. Es gibt keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele Menschen bundesweit in der Sex-Branche arbeiten. Im Rahmen des Prostituiertenschutzgesetzes, das im Juli 2017 in Kraft trat, hatten sich bis Ende 2018 rund 32.800 Menschen offiziell angemeldet. Mit dem Gesetz sollen Prostituierte besser geschützt und Kriminalität bekämpft werden.

RND/epd

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen