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Hamas greift Tel Aviv mit Hunderten Raketen an – Israel bombt massiv zurück

  • Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern spitzt sich weiter zu.
  • Militante Palästinenser greifen die Küstenmetropole Tel Aviv mit Hunderten Raketen an, aus dem Gazastreifen werden Dutzende Tote gemeldet.
  • Israels Regierung kündigte harte Gegenangriffe an.
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Gaza/Tel Aviv. Bei den bisher schwersten Raketenangriffen auf Israels Küstenmetropole Tel Aviv seit Beginn des Nahostkonflikts sind mindestens drei Menschen getötet worden.

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Nach anhaltendem Raketenbeschuss: Israel weitet Angriffe auf Gaza aus
1:39 min
Die radikal-islamische Hamas wiederum erklärte, sie habe bei einer fünfminütigen Salve 137 Raketen auf Aschkelon und Aschdod südlich von Tel Aviv abgefeuert.  © Reuters

Nach Angaben der Rettungsorganisation Zaka starb am Dienstagabend eine Frau in der Stadt Rischon Lezion bei einem direkten Einschlag, bei einer zweiten Angriffswelle am frühen Mittwochmorgen wurden dann in Lod bei Tel Aviv eine Frau und ein Kind getötet.

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In Jehud, ebenfalls im Großraum Tel Aviv, sei ein Haus direkt getroffen worden. Israels Luftwaffe reagierte nach eigenen Angaben mit dem umfangreichsten Bombardement des Gazastreifens seit dem Gaza-Krieg von 2014. Palästinensische Quellen sprachen von Dutzenden Toten in dem abgeschotteten Küstengebiet.

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Massive Raketenangriffe aus Gaza

Auf israelischer Seite wurden infolge der massiven Raketenangriffe von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen nach Angaben von Sanitätern mehrere Menschen verletzt.

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Die Nachrichtenseite „Ynet“ berichtete, ein 84-Jähriger in Tel Aviv sei auf dem Weg zu einem Schutzraum zusammengebrochen. In der bereits tagsüber besonders schwer beschossenen Küstenstadt Aschkelon waren nach Angaben der israelischen Polizei bereits Stunden zuvor zwei Frauen bei Raketenangriffen getötet worden.

Israelische Feuerwehrleute inspizieren verbrannte Fahrzeuge, nachdem diese von einer Rakete getroffen wurden, die aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert wurde. © Quelle: Oren Ziv/dpa

Hamas lehnt Rückzieher ab

Die islamistische Hamas erklärte am Dienstagabend, 130 Raketen aus dem Gazastreifen auf Tel Aviv und Zentralisrael abgefeuert zu haben. Letztlich dürften es weit mehr geworden sein, denn der gegenseitige Beschuss hielt auch in der Nacht zu Mittwoch an.

Die Hamas werde keinen Rückzieher machen, sagte ein Sprecher der militanten Islamisten im Gazastreifen. „Wenn Israel zuschlägt, schlägt der bewaffnete Widerstand zurück.“ Die israelische Armee teilte in der Nacht mit, sie habe in den vergangenen Stunden „eine Reihe wichtiger Terrorziele und Terroraktivisten im Gazastreifen getroffen“.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza stieg die Zahl der seit Montag getöteten Palästinenser auf 35, darunter zwölf Kinder und drei Frauen. 233 Menschen seien verletzt worden.

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Gaza Stadt: Trauernde Palästinenser. © Quelle: Getty Images

Kinder getötet

Nach Berichten von örtlichen Medien und Augenzeugen wurden einige Kinder durch israelische Luftangriffe getötet, andere durch fehlgeleitete Raketen der Extremisten. Nach Angaben der israelischen Armee wurden mindestens 20 Mitglieder der islamistischen Hamas und des militanten Islamischen Dschihads getötet, darunter hochrangige Vertreter.

Die Armee zerstörte in der Nacht zu Mittwoch zwei mehrstöckige Gebäude im Gazastreifen. Den Angaben zufolge befanden sich darin Büros ranghoher Hamas-Mitglieder. Darunter sei auch das Haus eines ranghohen Mitglieds der islamistischen Hamas-Organisation gewesen. Das Haus habe auch als Waffenlager gedient, hieß es in der Mitteilung. Die israelische Nachrichtenseite ynet berichtete, die Einwohner von Ortschaften entlang des Gazastreifens seien nach dem Angriff gewarnt und aufgefordert worden, in ihren Häusern zu bleiben. Die Hamas hatte vor der Zerstörung des ersten Gebäudes mit einem „harten“ Raketenangriff auf Tel Aviv gedroht.

Hamas: Polizeigebäude zerstört

Nach Angaben des von der islamistischen Hamas geführten Innenministeriums wurden alle alle Polizeigebäude in dem Küstengebiet zerstört. Die Gebäude seien von Kampfflugzeugen beschossen worden, teilte ein Ministeriumssprecher am Mittwochmorgen mit. Im Westen von Gaza-Stadt waren Dutzende laute Explosionen zu hören.

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Zu den Raketenangriffen aus dem Gazastreifen auf Israel im Laufe der Nacht und am Mittwochmorgen bekannten sich derweil die Al-Kassam-Brigaden. Sie sind der militärische Flügel der in dem Küstengebiet herrschenden Hamas, die von Israel und der EU als Terrororganisation eingestuft wird.

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Israel: Tel Aviv unter Raketenbeschuss
2:05 min
Die schwersten Gefechte zwischen Israel und den Palästinensern seit 2019 hatten am Montag begonnen.  © Reuters

Flughafen gesperrt

Der internationale Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv wurde wegen der Angriffe zeitweise für Landungen und Abflüge geschlossen. Die Flüge wurden nach Zypern umgeleitet. In zahlreichen Ortschaften im Großraum Tel Aviv sowie im Umkreis des Gazastreifens sollten am Mittwoch die Schulen geschlossen bleiben.

Ashkelon: Von einer Rakete zerstörtes Gebäude. © Quelle: imago images/Xinhua

Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, die militanten Palästinenserorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad würden einen hohen Preis für die jüngsten Angriffe auf Israel bezahlen. „Diese Operation wird Zeit brauchen, aber wir werden den Bürgern Israels die Sicherheit zurückbringen.“ Generalstabschef Aviv Kochavi sagte, man sei fest entschlossen, den militanten Gruppierungen einen harten Schlag zu versetzen.

Maas verurteilt Angriffe

Bundesaußenminister Heiko Maas verurteilte die Raketenangriffe aus dem Gazastreifen auf Israel scharf. „Dass es jetzt noch eine derartige Eskalation der Gewalt gibt, ist weder zu tolerieren noch zu akzeptieren“, sagte Maas bei einem Besuch in Rom. „Israel hat in dieser Situation das Recht auf Selbstverteidigung.“

Russland und die USA riefen alle Seiten zur Zurückhaltung auf. In New York zeigte sich UN-Generalsekretär António Guterres einem Sprecher zufolge sehr besorgt und „zutiefst traurig über die zunehmende Zahl von Opfern“.

Angesichts der zunehmend entfesselten Gewalt in Nahost soll der UN-Sicherheitsrat am Mittwoch zum zweiten Mal binnen weniger Tage zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

Gaza-Stadt: Nach Luftangriffen sind Explosionen in Gaza-Stadt zu sehen. © Quelle: Rizek Abdeljawad/XinHua/dpa

Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern hat sich seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan Mitte April zugespitzt. In den vergangenen Tagen hatte es zunächst vor allem in Jerusalem heftige Zusammenstöße zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gegeben.

Synagoge geschändet

Auslöser waren unter anderem Polizeiabsperrungen in der Altstadt sowie drohende Zwangsräumungen von palästinensischen Familien im Viertel Scheich Dscharrah.

Bethlehem: Demonstranten fliehen vor Tränengaskanistern, die von der israelischen Grenzpolizei nach einem Anti-Israel-Protest abgefeuert wurden. © Quelle: Luay Sababa/XinHua/dpa

In der Stadt Lod bei Tel Aviv, in der Juden und Araber gemeinsam leben, kam es dann am Dienstagabend zu schweren Ausschreitungen. Nach Medienberichten schändeten arabische Einwohner eine Synagoge und setzten sie in Brand. Außerdem seien Dutzende Autos in Brand gesetzt und Fenster von Geschäften eingeworfen worden.

Der Bürgermeister von Lod sprach im Fernsehen von einem „Bürgerkrieg“ in der Stadt und forderte eine sofortige Ausgangssperre. Um für Ruhe zu sorgen, wurden zahlreiche weitere Polizeitruppen in die Stadt geschickt. Auch in den arabisch geprägten Orten Akko im Norden des Landes und in Jaffa bei Tel Aviv kam es zu schweren Zusammenstößen.

RND/cle/dpa

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